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Erstes Netzwerktreffen der oberbayerischen ILEs

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Das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern veranstaltete zusammen mit der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Waginger See – Rupertiwinkel, dem Zusammenschluss der Gemeinden Fridolfing, Kirchanschöring, Petting, Stadt Tittmoning, Taching am See, Markt Waging und Wonneberg am 28. März 2017 das Erste Oberbayerische ILE Netzwerktreffen. Akteure, größtenteils Bürgermeister aus den acht oberbayerischen Integrierten Ländlichen Entwicklungen und Angehörige des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberbayern kamen im Rupertiwinkel zum Erfahrungsaustausch zusammen.


Der Behördenleiter des Amts für Ländliche Entwicklung, Herr Peter Selz spricht die Grußworte zum Netzwerktreffen, Bild von ALE Oberbayern.

In diesen acht ILEs, von denen zwei bezirksgrenzenüberschreitend mit schwäbischen Gemeinden zusammenarbeiten, sind 63 Kommunen organisiert. So vielfältig wie Oberbayerns Landschaften und Menschen sich darstellen, so unterschiedlich sind die Aufgabenstellungen und Ansätze der ILEs. Die Beteiligten konnten so die Netzwerke weiter stärken, Impulse setzen und gegenseitig Feedback geben. In Kurzpräsentationen und auf einem Marktplatz stellten sich die ILEs jeweils persönlich vor.


Die ILE Waginger See - Rupertiwinkel wird von Kirchanschörings Bürgermeister Hans-Jörg Birner, zugleich Vorstandssprecher der ILE, vorgestellt, Bild von ALE Oberbayern.

Herr Herbert Häusl, Bürgermeister von Waging ein ehemals aktiver Landwirt, referierte zu dem Programmpunkt Gewässerschutz, der alle Integrierte Ländlichen Entwicklungen in jeweils unterschiedlicher Aufgabenstellung berührt. Rund um den Waginger und Tachinger See begann die interkommunale Zusammenarbeit der fünf Anrainer-Kommunen zum Thema Tourismus und Gewässerschutz mit dem Kommunalen Seenbündnis. Zusammenfinden und Zusammenarbeiten an den gemeindeübergreifenden Zielen des Kommunalen Seenbündnis standen im Vordergrund. Weitere Impulse gaben die INTERREG III und INTERREG IV Prozesse sowie die interkommunale Vorgehensweise bei der Initiative boden:ständig. Unterstützt wurde das kommunale Seenbündnis durch die enge Zusammenarbeit des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein, des Amtes für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Traunstein und des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberbayern. Letzteres ist mit einem boden:ständig Projekt in der Flurneuordnung Waginger-Tachinger See aktiv vertreten und hier können bereits realisierte Gewässerschutzmaßnahmen in den Ortschaften Ebing und Schuhegg besichtigt werden.


Herr Herbert Häusl, Bürgermeister des Markts Waging am See und Vorstandssprecher der Ökomodellregion Waginger See - Rupertiwinkel, referiert zum Thema Gewässerschutz, Bild von ALE Oberbayern.

Der im touristisch hochattraktiven Naturraum „Voralpine Moränenlandschaft“ gelegene Waginger-Tachinger See erreicht in der Bewertung nach der EU Wasserrahmenrichtlinie nur einen mäßigen Zustand. Der gute Zustand sollte bis 2015, muss aber spätestens bis 2027 erreicht werden. Im INTERREG III A- Projekt „SeenLandWirtschaft“ 2004 - 2007 wurde ein Übermaß an Phosphor, zum weit überwiegenden Teil aus der Landwirtschaft stammend, als der entscheidende Faktor für die Gewässerqualität erkannt. Der Phosphor gelangt vor allem bei Starkregen über das gesamte Gewässernetz in den See.

Nach dem Motto der Initiative boden:ständig, zum Gewässerschutz das Machbare jetzt zu tun, sind in der Flurneuordnung Waginger-Tachinger See in einem ersten Schritt mehrere ingenieurökologische Baumaßnahmen zum Nährstoffrückhalt umgesetzt worden. Gleichzeitig sind die Seenberater des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aktiv bei den landwirtschaftlichen Betrieben im Seeneinzugsgebiet vor Ort.

Zukünftig wird das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern kleinere Bodenordnungsmaßnahmen mit dem Ziel des Gewässerschutzes durchführen. Dabei werden Gewässerschutzmaßnahmen wie Rückhaltebecken und Grabenaufweitungen flächensparend umgesetzt und gleichzeitig agrarstrukturelle Verbesserungen durch Flächenzusammenlegung und Wegebau erreicht. Im Weiler Voitswinkel in der Gemeinde Wonneberg wurde dies bereits erfolgreich realisiert.

2015 ist aus dem Seenbündnis und weiteren Kooperationen die ILE Waginger See – Rupertiwinkel entstanden: Hier arbeiten die beteiligten Kommunen in neun verschiedenen Themenbereichen von der Infrastruktur über das Zusammenleben, Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft, Wasser, Natur- und Umwelt, Orts- und Landschaftsbild sowie Management zusammen. Diese Themen sind in unterschiedlicher Intensität mit dem Flurneuordnungsverfahren Waginger-Tachinger See, dem MORO Projekt, der Ökomodellregion, dem kommunalen Seenbündnis, LEADER, INTERREG und dem Tourismusverband vernetzt.


Im Rahmen der Podiumsdiskussion wurden viele Aspekte der Arbeit innerhalb der ILEs erörtert. Hier, Guido Romor vom ALE Oberbayern im Gespäch mit Wolfgang Wimmer, Geschäftsführer des Ökomodell Achentals und Hans-Jörg Birner, 1. Bürgermeister der Gemeinde Kirchanschöring, Bild von ALE Oberbayern.

Die sieben weiteren oberbayerischen ILEs: Auerbergland e.V., LimesGemeinden, Kulturraum Ampertal e.V., Zwischen Lech und Wertach, ILE im Achental, Erdinger Holzlandgemeinden, Altöttinger Holzlandgemeinden sind ihre jeweils eigenen Wege der kommunalen Allianz gegangen. Die älteste ILE, das Auerbergland e.V. arbeitet seit über 20 Jahren zusammen, die ILE Altöttinger Holzland ist gerade drei Jahre jung. Bei der Veranstaltung in Kirchanschöring brachten in einem moderierten Forum die Vertreter aus allen ILEs ihre jeweils unterschiedlichen Erfahrungen ein und die Themen praktisches Zusammenarbeiten, die vielfältigen Aspekte der Umsetzung, die Arbeitsorganisation und die Wünsche der Kommunen an die Verwaltungen wurden diskutiert.

Ein Bericht von: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern

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