Einladung zur Genussradltour und Wiesenprämierung am 16.09.17

In der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel gibt es vielfältige kulinarische Genüsse vom Bauernhof zu entdecken.
Was heißt eigentlich Bio? Auf einem entspannten Fahrradausflug zu verschiedenen Biohöfen mit Frühstück und Verkostung erkunden wir, wie die Tiere gehalten werden und wie Lebensmittel mit hoher Qualität entstehen. Festlicher Abschluss des Tages ist das Buffet im Hofcafe und die anschließende Prämierung der Sieger des Wiesenwettbewerbs.   

Wann?  - Am Samstag, den 16. September, bei jedem Wetter!
Bei Regen wird die Tour verkürzt (von Kay direkt nach Mühlham).

Teilnahmegebühr:        

  • 15 € Radtour incl. Frühstück/ Verkostungen, ohne Abendbuffet
  • 30 € Abendbuffet
  • 45 € Radtour mit Abendbuffet (die Wiesenprämierung ist frei).

In den 45 € enthalten sind die Kosten für das Bio-Frühstück, für die Hofverkostungen, das Bio-Genussbuffet sowie für die begleitete Radtour. Nicht enthalten sind die Abendgetränke.  

Für Kinder unter 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen ist die Teilnahme frei.
Der Teilnahmepreis für Paare oder Familien mit Kindern unter 14 Jahren beträgt 80 € (mit Buffet).  
Der Teilnahmepreis für Familien mit einem oder zwei Kindern ab 14 Jahre beträgt 90 € (mit Buffet).


Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker


Anmeldung bis zum 6. September an: Alexandra Huber, Tel. 08685/ 77  939 60 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
Die Anmeldung ist nach Überweisung des Unkostenbeitrags gültig. Die Bankverbindung lautet unter Konto der Gemeinde Kirchanschöring, bitte Name angeben sowie „Ökoerlebnistag“:  
IBAN DE05 7109 0000 0004 8011 56     BIC GENODEF1BGL           

Ausrüstung:
Trekkingrad. Wir fahren z.T. auf Kieswegen. Bitte Getränke für unterwegs, Radhelm, (Regen-) Kleidung sowie eine gute Radbeleuchtung oder Stirnlampe mitnehmen.

Strecke:
Gesamtlänge 28 km, teils eben, teils hügelig, 350 Höhenmeter.

Veranstalter sind die drei Regionalinitiativen: LAG LEADER Traun-Alz-Salzach (Elke Ott), Ökomodellregion (Marlene Berger-Stöckl) und die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Waginger See - Rupertiwinkel (Alexandra Huber).


Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker

Das Programm für die Bio-Genussradltour und Wiesenprämierung am Samstag, den 16. September:

  • 09.00 Uhr (Grassach 15, 84529 Tittmoning, Parkmöglichkeiten vorhanden)
    Wir beginnen den Tag mit einem üppigen Spätaufsteherfrühstück auf dem Hof von Hans Glück in Grassach bei Tittmoning und erfahren etwas über die Herstellung seiner vielfältigen Hofprodukte.
  • 10.30 Uhr
    Wir radeln über das Quellgebiet von Maria Ponlach vorbei an der Tittmoninger Burg und bergab in die Salzachau zum Biohof Maier in Waldering.
  • 11.30 Uhr
    Junglandwirt Andi Maier baut viele Biomarktfrüchte an und hält Mutterkühe. Bei ihm verkosten wir die „Waginger See Hoibe“ aus seiner Braugerste, dazu gibt es frisch gebackenes Flaschlbrot vom Laufener Landweizen. Um 12.15 Uhr starten wir in Richtung Kay (mit ersten Steigungen).
  • 13.00 Uhr
    Hans und Dorothee Englschallinger stellen uns ihren klassischen Biomilchviehbetrieb mit Weidehaltung vor. Gutes aus ihrer Biomilch steht zur Stärkung vor der Weiterfahrt bereit, denn in Richtung Kettenberg (ab 13.30 Uhr) geht es noch ein paarmal gemäßigt bergauf.
  • 14.30 Uhr
    Sebastian Kettenberger zeigt uns, wie sein Geflügel und seine Puten mit Auslauf gehalten werden –  darunter Kostbarkeiten wie das Perlhuhn. Wir werfen einen Blick auf seine Ferkel von der seltenen schwarzen Alpensau. Um 15.30 Uhr brechen wir nach Mühlham auf.
  • 16.00 Uhr
    Ankunft im idyllischen Garten des Hofcafes Mühlradl in Mühlham. Durchatmen, erholen, zusammensetzen…eine Musikgruppe spielt für uns auf. Die hofeigene Wasserrutschbahn und weitere Attraktionen des Hofcafes sorgen für viel Spaß und Abwechslung, für Erwachsene und Kinder.
  • 17.00 Uhr (Mühlham 11, 84529 Tittmoning)
    Festlicher Abschluss ist das Genussbuffet mit Produkten heimischer Biohöfe und selbstgemachtem Bioeis vom Hofcafe Mühlradl in Mühlham.
    Wer mag, ist herzlich zum anschließenden Abendprogramm mit Fachvorträgen und der Prämierung der schönsten Wiesen in der Ökomodellregion eingeladen. Es wird aber auch eine begleitete Rückkehr zum Biohof Glück angeboten


Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker

  • Um 18.30 Uhr
    findet die feierliche Preisverleihung zum ILE-Wiesenwettbewerb in der Ökomodellregion statt. Nach den Grußworten informiert ein Vortrag der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen über die botanischen Schätze auf unseren heimischen Wiesen. Eine Fotoausstellung zeigt die beteiligten Wiesen. Die Sieger im Wiesenwettbewerb werden ausgezeichnet und wir lassen den Tag gemeinsam ausklingen.
  • Um ca. 20.30 Uhr fahren wir nach Grassach als begleitete Radlgruppe zurück (3,5 km; ca. 10 min).
    Bei Bedarf nutzen wir für die Rückfahrt eine Transportgelegenheit.  

Eingangsbild von R. Scheuerecker.

Bioprodukte aus der ÖMR unter einem Label vereint

Die Spezialisierung und zunehmende Arbeitsbelastung in der Landwirtschaft hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass die meisten Landwirte ihre Erzeugnisse nicht mehr direkt in der Umgebung vermarkten oder ans örtliche Lebensmittelhandwerk geben, sondern die Vermarktung ihrer Produkte größeren Abnehmern überlassen, die am Markt Profis sind, und sich nicht mehr selbst damit befassen. Was arbeitstechnisch viele Vorteile bringt, hat aber den großen Nachteil, dass die Landwirtsfamilie und die Verbraucher dadurch immer weniger in Kontakt kommen und der Bürger in der Anonymität beim Einkaufen dazu übergeht, Produkte nach dem Preis, der ansprechenden Verpackung und sonstigen Kriterien zu kaufen, nicht aber unbedingt nach der Herkunft. Erst in letzter Zeit und nach etlichen Lebensmittelskandalen entdecken immer mehr Bürger Regionalität als Kriterium beim Einkauf wieder, tun sich aber gar nicht so leicht, diese Produkte vor Ort außerhalb des Bäcker- und Metzgerangebots auch zu bekommen.

In der Ökomodellregion gibt es noch eine Reihe von Landwirten, die ihre Produkte trotz der Arbeitsbelastung direkt vermarkten. Eine Liste zu Direktvermarktern kann am Landwirtschaftsamt in Traunstein (AELF) oder bei der Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land abgerufen werden, es gibt auch Regionalportale, die die Ökomodellregion auf Anfrage gern zuschickt. Eine Liste mit Biodirektvermarktern aus der Region steht unter oekomodellregionen.bayern/ Region Waginger See/ Infomaterial im Netz. Für einkaufswillige Bürger ist das nicht immer die optimale Lösung, denn um alles zu bekommen, müsste man oft eine Rundtour machen. Eine gemeinsame Vermarktung regionaler Produkte z.B. über einen Direktvermarkterladen oder über einen Zwischenhandel gibt es in Teilen, aber nicht überall.

Yvonne Liebl aus Waging, sehr aktiv in der Arbeitsgruppe Ernährung der Ökomodellregion und selbstständige Gesundheitstrainerin für Ernährung, war sich der etwas mühsamen Logistik bewusst, seit sie regelmäßig Biofrisch- und -trockenprodukte für saisonale Kochkurse auf unterschiedlichen Höfen zusammensuchte – eine kurzweilige, aber zeitraubende Ausflugstour. Auf der Suche nach einer Lösung und durch den intensiver werdenden Kontakt zu den direkt vermarktenden Biolandwirten hatte sie die Idee, eine Biogenusskiste mit saisonalen Produkten aus der Ökomodellregion zu entwickeln. Die Kiste wird im September an den Start gehen und vereint je nach Jahreszeit versandfähige Produkte verschiedenster Biolandwirte aus der Region, von den selbst gemachten Nudeln über das frisch gepresste Lein- oder Sonnenblumenöl bis zu Delikatesslinsen, Urgetreide und vielem mehr. Das Besondere daran: Die Zusammensetzung der Kiste wechselt jahreszeitlich je nachdem, was auf den Höfen gerade zu haben ist. Weil für viele das Kochen mit heimischen Besonderheiten nicht mehr selbstverständlich ist, werden die passenden Rezepte dazu gleich mitentwickelt und mitverschickt – es sind leichte, frische und raffinierte Rezepte, die Yvonne Liebl selbst kreiert.

Damit hat der Arbeitskreis Ernährung einen wichtigen Schritt geschafft, das Problem mit der Logistik von Produkten kleinerer Biohöfe zu entschärfen. Die Ökomodellregion hat die Initiatorin zum Start der Kiste interviewt.

Ökomodellregion: Frau Liebl, was ist Ihre Absicht mit der Genusskiste?
Fr. Liebl: Durch die Kochkurse in der Ökomodellregion („BioRegional Menüs Querbeet“), die wir letzten Sommer ins Leben gerufen haben, begann mein Kontakt zu den Produzenten bzw. Landwirten intensiver zu werden. Ich besuchte meine Lieferanten, die die Zutaten für die Menüs stellten, und erfuhr mehr über ihre Arbeit, ihre Liebe zur Heimat, Bodenpflege, Natur und den Kontakt zu den Tieren. Das hat mich begeistert. Ich wollte außerhalb der Kochevents stärker auf die Produkte, die am Waginger See und im Rupertiwinkel produziert werden, aufmerksam machen. Und so entstand die Idee der Biogenusskiste, um allen Biodirektvermarktern je nach Jahreszeit eine Teilhabe zu ermöglichen, und um mehr Leuten die Produkte zugänglich zu machen.  

ÖMR: War es schwierig, die Landwirte von Ihrer neuen Idee zu überzeugen?
Fr. Liebl (lacht): Ja, teilweise schon. Aber als die Landwirte gesehen haben, wie das ablaufen soll, haben am Ende alle, die ich gefragt habe, gern zugestimmt. Über die Vielfalt am Waginger See, die unsere Landwirte liefern, bin ich immer wieder erstaunt.

ÖMR: Wo gibt es denn künftig Ihre Kiste?
Fr. Liebl: Die Kiste wird über die Homepage bestellt und in der Regel per Post versandt, als Einzelbestellung oder als jahreszeitliches Abo. Natürlich können alle Einheimischen die Kiste auch gern selbst abholen. Diese Option ist auf der Internetseite zu wählen.

ÖMR: Welche Produkte kommen da hinein?
Fr. Liebl: Die Produkte stammen aus der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel und sind in bester Bio Qualität. Viel Mühe gebe ich mir mit der Entwicklung der Rezepte, die gleich mitgeliefert werden. Wir haben z.B. glutenfreie Schätze wie Hirse oder Buchweizen und hochwertige Eiweißlieferanten wie heimische Beluga-Linsen hier am See, das Kochen damit ist ganz unkompliziert und vor allem abwechslungsreich, muss aber von manchen erst wiederentdeckt werden. Es sind aber auch viele bekannte Produkte dabei. Am wichtigsten ist, dass die Rezepte leicht sind und sehr gut schmecken!

ÖMR: Ist es denn umweltfreundlich, Lebensmittel per Versand zu verschicken?
Fr. Liebl: Wenn das Essen jeden Tag per Post käme, wäre das sicher nicht mehr umweltfreundlich. Mir ist es besonders wichtig, dass wir wieder lernen, mit der Jahreszeit zu gehen. Deswegen kommt die Kiste auch nur viermal im Jahr, passend zu jeder Jahreszeit. Rezepte und Produkte wechseln sich ab. Das kann man glaub ich vertreten, noch dazu, wenn damit etliche Autofahrten eingespart werden. Vom Verpackungsmaterial bis zu den Rezeptkarten, ich achte auf möglichst umweltfreundliche Materialien – ganz im Sinne der Ökomodellregion.

ÖMR: Dann freuen wir uns gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Ernährung auf die neue Biogenusskiste.
Mehr Infos dazu gibt es im Büro der Ökomodellregion im Waginger Rathaus, bei der Sprecherin der Arbeitsgruppe Ernährung, Bärbel Forster, oder unter www.esspedition-liebl.de .

Ein Bericht von Ökomodellregion.

Eingangsbild: Yvonne Liebl, die "Entwicklerin" der Biogenusskiste mit saisonalen Produkten aus der Ökomodellregion, Bild von Daniel Delang. 

Waginger See Hoibe – das Bio-Zwickelbier aus der Region

Auf Anregung einer Gastgeberin aus Waging, dass man sich Gedanken über ein Urlaubsbier machen möge, hatte die Tourist-Info die Idee, die in der Ökomodellregion angebaute Bio-Braugerste von der Steiner Brauerei ins Spiel zu bringen. Nun ist das Ergebnis auf dem Markt und im Einzel- und Fachhandel rund um den Waginger See erhältlich. Mit dem Gedanken, Urlaubsgäste zur An- oder Abreise mit einem kleinen Geschenk zu überraschen, möchten sich vor allem Vermieter von Privatzimmern und Ferienwohnungen angesprochen fühlen, das Bier anbieten und somit regionale Identität im Tourismus fördern.

Seit 2015 verarbeitet die Schlossbrauerei regionale Bio-Braugerste zu fünf hervorragenden Heinz-vom-Stein-Bieren. Ein Dutzend Bio-Landwirte aus der Ökomodellregion beliefern die Traditionsbrauerei aus Stein an der Traun mit Qualitätsbraugerste. Dies ist ein wertvoller Beitrag, um ein wichtiges Ziel der Ökomodellregion Waginger See - Rupertiwinkel zu erreichen: mehr Landwirte und Verarbeiter für die Herstellung heimischer Bio-Produkte zu gewinnen. Seit 2017 gibt es das eigens für die Urlaubsregion Waginger See abgefüllte  Bio-Zwickelbier „Waginger See Hoibe“, gemäß dem Motto „Aus der Region, für die Region“.

Die Verkaufsstellen der Waginger See Hoibe sind hier einsehbar.

Ein Bericht von Eva Gruber.

Eingangsbild: Die neue Waginger See Hoibe – das Bio-Zwickelbier aus der Region wird von Eva Gruber, Leiterin der Tourist-Info Waging präsentiert, Bild von Hans Eder. 

Bioradltag in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel

Bei Bilderbuchwetter und hochsommerlichen Temperaturen fand Ende Mai der erste Biotag in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel statt.
Ziel war es laut Eva Gruber, kulinarische Genüsse aus der Ökomodellregion Einheimischen, Vermietern und künftig vor allem den Gästen nahezubringen: „Wir konnten hinter den Kulissen sehen, mit welcher Überzeugung und Leidenschaft diese Produkte erzeugt werden. Die Biolandwirtschaft ist ein wichtiges Standbein für den Landschaftserhalt und für den Ausbau des sanften Tourismus in der Ökomodellregion,“ so Eva Gruber, Leiterin der TI Waging.


Biofrühstück auf dem Hof Glück


Biofrühstück auf dem Hof bei Hans Glück und Jutta Staudt-Franzen, Bild von © Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker


Auf dem Hof von Hans Glück und Jutta Staudt-Franzen stand zum Start ein Biofrühstück bereit, das keine Wünsche an die Produktpalette unerfüllt ließ – vom Bio-Freilandei bis zum Biojoghurt der Milchwerke Berchtesgadener Land, vom Barnhouse Granola-Müsli mit Biohafer bis zum Biobrot und zuckerarmer Marmelade, fast alle Produkte stammten direkt aus der Ökomodellregion. Neben Bürgermeister Herbert Häusl aus Waging stimmte Konrad Schupfner, Bürgermeister der Gemeinde Tittmoning, die Teilnehmer auf den Tag und das Programm ein und erläuterte die touristischen Ziele der Ökomodellregion. Landwirt Hans Glück schaute zurück auf die Entwicklung seines Hofs von den bewegten Anfängen bei der Umstellung auf ökologischen Anbau bis zum wirtschaftlich stabilen Betrieb samt Mutterkuh- und Schweinehaltung, Feldgemüse und Aufbau des Hofladens - eine heutzutage ungewöhnliche Leistung bei nur 20 ha eigenem Land, einer Größe, bei der sehr viele Betriebe als Vollerwerbsbetrieb nicht mehr existieren können.


Höferadltour rund um Tittmoning
Strahlend blaue Kornblumen und roter Mohn leuchteten aus dem Feld mit Laufener Landweizen, einer historischen Rupertiwinkler Kultursorte, die Hans Glück heuer zum ersten Mal anbaut – das war der Auftakt zur anschließenden Höferadltour, bei der Bürgermeister Bernhard Kern aus Saaldorf-Surheim, später 2. Bürgermeister Egon Kraus aus Fridolfing und Alfons Leitenbacher vom AELF Traunstein ihre Kollegen aus dem Vorstand im sportlichen Teil vertraten. Zunächst ging es über die Tittmoninger Burg bergab und bergauf nach Schlichten oberhalb des Salzachtals. Kathrin Geiger von „Lines Manufaktur“ verarbeitet dort die Überschüsse ihrer 50 Streuobsthochstämme zu Sirup und zu abwechslungsreichen Fruchtaufstrichen, die sie auf Märkten und ab Hof verkauft. Über 140 Pflanzenarten finden sich allein auf ihrer Streuobstwiese – es wird deutlich, wie wichtig diese mehrstöckige uralte Nutzungsart auch für die heimische Artenvielfalt ist.


Zwischenstop bei Kathrin Geiger von der „Lines Manufaktur, Bild von © Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker


Sonnenblumenöl, Biobier und Freilandgeflügel
Tourenleiterin Regina Faltermeier führte anschließend zum Biohof Kraller in der Wies, wo die ersten Sonnenblumen aus dem Feld spitzten, die im Herbst zu unraffiniertem Sonnenblumenöl gepresst werden, und zum Hof von Andreas Maier in Waldering. Familie Maier ist an mehreren Anbauprojekten der Ökomodellregion aktiv beteiligt – vom Anbau von Dinkel und Hafer für´s Barnhouse-Müsli über den Anbau von Speisesenf für Byodo, beides Biofirmen mit Sitz in Mühldorf, bis zur Kooperation mit der Brauerei Stein, die aus der Biobraugerste von einem Dutzend Landwirten u.a. die „Waginger See Hoibe“ herstellt. Die Aufforderung zur Bierverkostung auf den schattigen Bänken vor dem Hofladen ließen sich die Teilnehmer nicht zweimal sagen. Christian Eder von der Brauerei Stein erläuterte den speziellen Herstellungsprozess für die alkoholfreie Variante, bei der der Gärprozess frühzeitig gestoppt wird, anstatt den Alkohol später herauszufiltern – mit bestem Brauergebnis.   


Radeln in wunderbarer Landschaft bei hochsommerlichen Temperaturen, Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker

Danach wurde es radltechnisch allmählich anspruchsvoller – der Biogeflügelbetrieb von Sebastian Kettenberger liegt, wie der Name schon sagt, in hügeligem Gelände auf der Westseite Tittmonings, aber die Vielfalt, Schönheit und Lebhaftigkeit des in Freigehegen gehaltenen Viehs, Perlhuhn, schwarze Weideputen oder die Nachzucht der seltenen schwarzen Alpensau, lohnten den Einsatz.


Beim Biogeflügelbetrieb von Sebastian Kettenberger, Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker

Familie Kettenberger vermarktet vorwiegend auf Märkten und produziert Fleisch, bei dem die Tiere so natürlich wie möglich gehalten und möglichst stressfrei geschlachtet werden.  


Ausklang im Hofcafe Mühlradl
Der Tag klang im idyllischen Garten des Hofcafes Mühlradl in Mühlham aus. Seit 1993 führt Familie Leitner ihren landwirtschaftlichen Betrieb nach Biorichtlinien. Der Einstieg in die Eisherstellung aus hofeigener Milch und Sahne ebnete für Roswitha Leitner den Weg zum Aufbau des Hofcafes.


Biobuffet im Garten des Hofcafés Mühlradl, Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker

Höhepunkt und Abschluss des Tages war das Biobuffet, das Ernährungsberaterin Yvonne Liebl mit Zutaten aus der Ökomodellregion dort hergerichtet hatte, ergänzt durch den Grill von Familie Leitner: vom Kohlrabi-Carpaccio bis zum Beluga-Linsensalat, vom gegrillten Gemüsepäckchen mit Ziegenkäse bis zum Putenfruchtspieß vom Betrieb Kettenberger, vom Baguette aus Laufener Landweizen, hergestellt von Flaschlbrot-Unternehmerin Jessica Linner, bis zur bayerischen Creme, begleitet vom feinen Cajima-Gewürzkaffee aus der Manufaktur von Gerlinde Hohenadl aus Waging. Leicht und frisch, bodenständig und natürlich, aber mit viel Fingerspitzengefühl und Gespür für passende Kombinationen gewürzt und verarbeitet – so lässt sich die Küche von Yvonne Liebl auf den Punkt bringen.  


Biobuffet von der Ernährungsberaterin Yvonne Liebl mit Zutaten aus der Ökomodellregion, Bild von ©Tourist-Info Waginger See / R. Scheuerecker

„Anfangs musste mich meine Freundin zum Mitkommen auf dem Biotag überreden“, kommentierte ein Teilnehmer aus Kastl zum Abschluss der Tour, „aber jetzt sehe ich das Thema mit neuen Augen. Wenn man weiß, wer hinter dem Bioangebot aus der Region steht und wie artgerecht und landschaftsschonend gewirtschaftet wird, sieht man diese Leistung und den Aufwand dahinter mit großem Respekt“.
Die TI Waging hofft jetzt auf viele „Nachahmungstäter“ – vom Biofrühstück bei Gastgebern bis zum Einkaufen auf dem Biohof und einer Weiterempfehlung der Hofradltour! Nachfragen zur Biohöfetour und zu den angebotenen Terminen können jederzeit an die TI Waging gestellt werden.

Ein Bericht von Ökomodellregion.

Den Biotag kann man auch wunderbar beim Fernsehbericht des Regional Fernsehen Oberbayern Revue passieren lassen.

Bioverarbeiter und neue Mitglieder stellen sich vor

Die Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel arbeitet mit mehreren Bioverarbeitern in enger Kooperation zusammen, die heimischen Biolandwirten einen fairen Preis für ihr Produkt bezahlen: Landwirte bauen Biosenf für den Feinkosthändler Byodo in Mühldorf an, Biobraugerste für die Brauerei Stein in Stein an der Traun, Biodinkel und –hafer für den Müslihersteller Barnhouse in Mühldorf sowie Laufener Landweizen für die Bäckereien Wahlich in Surheim und Neumeier in Teisendorf. Zum Jahresabschluss fand eine Verkostung auf dem Paulbauernhof in Saaldorf-Surheim statt, an der die beteiligten Firmen die neuen regionalen Bioprodukte den Vorständen vorstellten: Prokurist Josef Stellner präsentierte den neuen Gelbsenf mit regionaler Senfsaat, Geschäftsführer Stefan Haunberger und Braumeister Markus Milkreiter das regionale Biozwicklbier mit und ohne Alkohol, Geschäftsführerin Sina Nagl drei neue Sorten Granola-Knuspermüsli mit regionalem Hafer sowie die Bäckermeister Michael Wahlich und Andreas Neumeier ihre Spezialitäten aus Laufener Landweizen. Dazu gab es ein Käsebuffet von der Hofkäserei Paulbauernhof und den drei Biokäsereien Obermaier in Fridolfing, Frisch in Wonneberg und Scholz in Sondermoning (mobile Hofkäserei).


Reichhaltiges Buefett mit Bioprodukten aus der Region, Bild von Norbert Höhn

Hier ein Bericht von Norbert Höhn:

Saaldorf-Surheim. Es war erst einmal ein kulinarischer Augengenuss, der die Besucher im Kellerstüberl des Paulbauern-Hofes empfing. Später durfte sich dann der Gaumen am reichhaltigen Buffet laben. Dazwischen gab es ausführliche Informationen zu den verschiedenen regionalen und biologischen Produkten. Zur Verkostung nach Gausburg eingeladen hatte die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel (ÖMR). Gekommen waren die Vorstandschaft mit den Bürgermeistern der zwischenzeitlich zehn Teilnehmergemeinden, Vertreter der Erzeuger-Verarbeiter-Kooperationen und weitere Gäste, die mit der ÖMR eng zusammenarbeiten.   


Gut besuchte Informationsveranstaltung auf dem Paulbauernhof, Bild von Norbert Höhn

„Als wir vor zwei Jahren in das Projekt „Ökomodellregion“ eingestiegen sind, haben wir nicht gewusst, wohin der Weg führt“, blickte Wagings Bürgermeister und Vorstandsprecher der ÖMR, Herbert Häusl, in seiner Begrüßung zurück. Mit nunmehr zehn Mitgliedsgemeinden sei aber jetzt ein klarer Weg vorgezeichnet. „Wir sind eine Erlebnisregion und deshalb sollten wir unsere biologisch erzeugten Produkte auch herzeigen und zur Verkostung anbieten.“ Ein nachvollziehbarer Vorschlag, geht man von der bunten Palette an regional hergestellten Lebensmittel aus, die in Gausburg präsentiert und zum Probieren angeboten wurden. „Sich in entspanntem Rahmen austauschen, Informationen von wichtigen Kooperationspartnern für Bioprodukte zu bekommen und diese zu verkosten“, beschrieb dann auch ÖMR-Projektmanagerin Marlene Berger-Stöckl die Idee der Zusammenkunft. Gleichzeitig sollten die drei neuen Mitgliedsgemeinden Saaldorf-Surheim, Laufen und Teisendorf Gelegenheit haben, sich kurz vorzustellen. Bürgermeister Bernhard Kern zeigte sich erfreut, dass „Saaldorf-Surheim im schönen Rupertiwinkel“ als Veranstaltungsort ausgewählt wurde. Er versprach, dass sich seine Gemeinde aktiv in die ÖMR einbringen wolle, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass viele Landwirte dem Beitritt sehr skeptisch gegenüberstünden. „Wir wollen möglichst viele einbinden, aber da müssen noch dicke Bretter gebohrt werden“. So sah dies auch Hans Feil, Bürgermeister der jüngsten Beitrittsgemeinde Laufen: „Da ist noch viel Aufklärungsarbeit erforderlich.“ Ausdrücklich wolle er nochmals öffentlich klarstellen, dass mit dem Beitritt zur ÖMR keinerlei Verpflichtung oder Bevormundung der Landwirte verbunden sei, sondern lediglich das Angebot zum Mitmachen. Auch mit einem weiteren Gerücht räumte der Bürgermeister auf: „Die Stadt Laufen muss kein weiteres Personal für die ÖMR einstellen, wie fälschlicherweise in einem Leserbrief unterstellt wurde.“ Hans Feil gab zu, dass die Stadt Laufen einem Beitritt anfangs skeptisch gegenübergestanden ist. Neue Gesichtspunkte habe vor allem eine Informationsveranstaltung erbracht, sodass letztlich der Stadtratsbeschluss für einen Beitritt einstimmig gefasst wurde. Teisendorfs Bürgermeister Thomas Gasser hob hervor, dass in seiner Gemeinde von den 300 aktiven Landwirten bereits zehn Prozent zertifizierte Biobetreibe sind und von da her ein großes Potential zur ÖMR hinzugekommen sei. „Ein bisschen Eigennutz war beim Beitritt auch im Spiel, denn wir haben uns in ein gemachtes Bett gelegt“, gab Gasser unter Hinweis auf die zweijährige Vorarbeit der ÖMR zu. Das Projekt könne nur erfolgreich sein, wenn sich alle Mitglieder aktiv beteiligen. „Wir wollen erreichen, dass sich die richtigen Leute an der richtigen Stelle einbringen.“ Abschließend bedankte sich Thomas Gasser, dass die ÖMR den „Seiteneinstieg“ der drei Kommunen ermöglicht hat.


Die Vorstandsmitglieder der Ökomodellregion: von links Franz Obermeyer, Biobauer Tengling; Jessica Linner, Mitarbeiterin in der ÖMR; Alfons Leitenbacher, Leiter des Landwirtschaftsamtes Traunstein; Martin Fenninger, 1. BGM Wonneberg; Bernhard Kern, 1. BGM Saaldorf-Surheim; Konrad Schupfner, 1. BGM Tittmoning; Ursula Haas, 1. BGM Taching; Herbert Häusl, 1. BGM Waging; Karl Lanzinger, 1. BGM Petting; Marlene Berger-Stöckl, Projektleiterin ÖMR; Hans Feil, 1. BGM Laufen; Hans Schild, 1. BGM Fridolfing; Hans-Jörg Birner, 1. BGM Kirchanschöring; Thomas Gasser, 1. BGM Teisendorf, Bild von Norbert Höhn

Neben „regional“ und „biologisch“ könnte vielleicht auch „Vielseitigkeit“ ein Schlagwort für zukunftsfähiges Wirtschaften sein. Diesen Eindruck konnte man zumindest beim Vortrag vom Hausherrn „Hansi“ Heinz bekommen, der seinen Betrieb vorstellte. Seit der Übergabe im vergangenen Mai bewirtschaftet er zusammen mit seiner Freundin Christina Frangen den Paulbauernhof. Obwohl er seinen Betrieb gerne auf Bio umstellen möchte, sieht er bei der Situation am Milchmarkt derzeit keine Möglichkeit dazu. „Wir würden keine Molkerei finden, die uns die Milch abnimmt.“  Auf die Situation am Markt will er allerdings mit innerbetrieblichen Umstrukturierungen reagieren. „Wir verringern die Anzahl unserer Milchkühe, treiben stattdessen mehr Weidevieh aus und denken zusätzlich an Ziegenhaltung.“ Doch es ist nicht allein die Landwirtschaft, die den Paulbauernhof in schwierigen Zeiten gut dastehen lässt. „Meine Eltern haben schon frühzeitig angefangen, mehrere wirtschaftliche Standbeine aufzubauen“, erklärte Johann Heinz und zählte auf: Hofkäserei, Direktvermarktung im Hofladen, Geschenkkörbe mit regionalen Produkten, Partyservice, Wohnmobil-Stellplätze, Ferienwohnungen und Bustourismus mit verschiedenen Führungen und Bewirtung. Er selbst hat eine Ausbildung zum „Erlebnisbauer“ absolviert und empfängt in dieser Funktion immer wieder Schulklassen und andere Besuchergruppen. Über die Vorstellung der Kooperationspartner für regionale Bioprodukte berichten wir gesondert.

Eingangsbild: Gruppenfoto der Teilnehmer der Veranstaltung, Bild von Norbert Höhn

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