Bescheidübergabe für Machbarkeitsstudie „Regionalwerk"

23 Kommunen aus vier Leader-Aktionsgruppen (LAG) beteiligen sich an der Erstellung einer Machbarkeitsstudie für ein noch nicht näher definiertes regionales Energieversorgungsunternehmen mit dem Arbeitstitel „Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel“. Die auf gut 80 000 Euro geschätzten Kosten für die Studie werden über das Leader-Programm mit 60 Prozent bezuschusst; so verbleiben für die Kommunen noch gut 30 000 Euro selbst zu finanzieren. Der Förderbescheid ist jetzt in Waging überreicht worden.

Und darum geht es: Es soll ein Konzept erstellt werden, um die Energieversorgung in der Region in eine interkommunale Trägerschaft zu überführen. Denn, so heißt es im Förderantrag, „für die aktive Gestaltung der zukünftigen Energieversorgung vor Ort sind regionale Unternehmen unter Beteiligung kommunaler Akteure sowie ortsansässiger und strategischer Partner eine optimale Plattform“. Mögliche Bereiche könnten sein: „dezentrale Erzeugungsstrukturen, Eigenerzeugung und Speicherung von Energie, Verbesserung der Energieeffizienz“.

Zusammengefasst werden die Ziele dieses „Regionalwerks“ wie folgt: Steuerung und Umsetzung der Energiewende vor Ort, umweltfreundliche und zukunftsfähige Daseinsvorsorge in der Region, Bündelung und Koordination regionaler Energiekompetenz, Aufbau regionaler Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum. Und die angestrebte Studie soll eruieren, ob so etwas machbar ist. Unter anderem sollen da sowohl bereits bestehende als auch neue Energie-Initiativen eingebunden werden. Nicht zuletzt gehe es darum, sich von den  Großkonzernen abzukapseln und durch eigene Initiativen dafür zu sorgen, dass die Gewinne auch in der Region bleiben.

Es sei eine echte Herausforderung, meinte Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser vom AELF Rosenheim, der den Förderbescheid übergab, so viele Gemeinden aus ganz verschiedenen Gebieten dabei unter einen Hut zu bringen, zumal nicht überall die gleiche Sensibilität für dieses Thema vorhanden sei. Allein schon von daher müsse die Vernetzung der beteiligten Kommunen bei dem Projekt an erster Stelle stehen. Bisher habe man das gut hingebracht: „Jetzt müssen wir schauen, was dabei rauskommt.“

Beteiligt sind die folgenden Kommunen: aus der LAG Traun-Alz-Salzach Halsbach, Kirchweidach, Tyrlaching, Feichten, Fridolfing, Kirchanschöring, Palling, Petting, Taching, Tittmoning, Waging und Wonneberg, aus der LAG Berchtesgadener Land Ainring, Laufen, Saaldorf-Surheim und Teisendorf, aus der LAG Chiemgauer Seenplatte Breitbrunn, Kienberg, Obing, Pittenhart und Schnaitsee, sowie von der LAG Chiemgauer Alpen Marquartstein und Siegsdorf.

Leader-Vorsitzender Konrad Schupfner erwähnte in dem Zusammenhang die erfolgreichen Arbeit der LAG Traun-Alz-Salzach. In den paar Jahren ihres Bestehen habe die Aktionsgruppe, bestehend aus 15 Gemeinden – zehn im Landkreis Traunstein, fünf in Altötting – bereits zahlreiche Projekte auf den Weg gebracht, die mit insgesamt 900000 Euro bezuschusst worden seien. Mit der Unterstützung der LAG-Managerin Elke Ott „haben wir einen guten Start hingelegt. In kurzer Zeit wurde viel aus dem Boden gestampft“. Auch die für Leader-Projekte vorgeschriebene Bürgerbeteiligung habe stets gut funktioniert. Den Leader-Koordinator Wittmoser bezeichnete Schupfner als „Taufpaten“ der LAG.

Die Initiative für ein Regionalwerk Chiemgau-Rupertiwinkel“ ist wesentlich von den Gemeinden Kirchanschöring und Pittenhart ausgegangen. Dabei gehe es, so der Kirchanschöringer Bürgermeister Hans-Jörg Birner, vor allem darum, die Energieversorgung – Erzeugung, Betrieb und Dienstleistungen – selbst in die Hand zu nehmen. Die Machbarkeitsstudie solle, so ist es angepeilt, bis Mitte dieses Jahres vorliegen.

Ein Bericht von Hans Eder.

Eingangsbild: Bei der Übergabe des Förderbescheids in der Waginger Tourist-Info, von links: die LAG-Regionalmanagerin im Berchtesgadener Land Meike Meßmer, der Berchtesgadener Bürgermeister Franz Rasp, Leader-Koordinator Sebastian Wittmoser, die Bürgermeister Hans-Jörg Birner (Kirchanschöring), Konrad Schupfner (Tittmoning) und Herbert Häusl (Waging), LAG-Managerin Elke Ott von der LAG Traun-Alz-Salzach, der Geschäftsführer der Marktgemeinde Waging am See, Franz Röckenwagner, und LAG-Manager Christian Fechter (LAG Chiemgauer Seenplatte), Bild von Hans Eder.

Konzepterstellung für ein Kernwegenetz im Gebiet der ILE

Ein - im Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept Waginger See -Rupertiwinkel definiertes - Entwicklungsziel der Region ist ein leistungsfähiges Wegenetz. Es soll einer zunehmend überbetrieblich organisierten und überörtlich agierenden Landwirtschaft dienen. Die Anforderungen an das ländliche Wegenetz haben sich auf Grund des Strukturwandels und des technischen Fortschritts in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch wegen der zunehmenden Bedeutung der Wege für den Bereich Freizeit, Tourismus und Regionalvermarktung stark gewandelt. Um diese Multifunktionalität des Wegenetzes zu verbessern, planen die Mitgliedskommunen der ILE das ländliche Kernwegenetz zu ertüchtigen.

Gemeinsam mit der BBV-Land Siedlung arbeiten die Kommunen derzeit an der Erstellung eines interkommunalen Konzepts für ein ländliches Kernwegenetz im Gebiet der Mitgliedskommunen der Integrierten Ländlichen Entwicklung. Das Projektgebiet der ILE umfasst eine Größe von ca. 265 km² mit rund 25.000 Einwohner.

Eingangsbild: Gruppenbild der Bürgermeister der ILE Waginger See - Rupertiwinkel zur Auftaktveranstaltung, rechts auf dem Bild die Projektleiterin Susanne Geierhos von der BBV LandSiedlung

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