Gemüsebau als Mitmach-Projekt

Bei der Ortschaft Tettenberg in der Nähe von Otting – Gemeinde Waging am See - entsteht auf einer 1,3 Hektar großen Anbaufläche ein gemeinschaftlich getragenes Gemüsebau-Projekt der „Solidarischen Landwirtschaft“ (SoLaWi). Wer sich daran beteiligt, kann sich Woche für Woche mit einem breit gefächerten Gemüse-Paket versorgen. Inhaberin ist die Demeter-Landwirtin Kristine Rühl aus Siegsdorf, ihre Nichte Karoline Widur und eine Gruppe von weiteren freiwilligen Helfern arbeiten dabei mit. Unterstützt wird das Projekt neben dem „Netzwerk Solidarische Landwirtschaft“ von der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel.

Bei einem Besuch auf der L-förmigen Gemüseanbau-Fläche zeigt sich, dass die vor wenigen Wochen noch leeren Felder bereits teilweise von allerlei Pflanzen bedeckt sind – gefördert durch die nach wochenlanger Trockenheit jetzt doch endlich eingetroffenen Regenfälle. Es sind vor allem verschiedene Salatsorten und Radieschen und einige Kräuter, die inzwischen bereits geerntet werden können. Und so wird am übernächsten Freitag erstmals schon Gemüse an die festen Abnehmer verteilt. Die beiden Verteilungsstellen sind im ehemaligen Rossstall am Ottinger Pfarrhof und an der Zentrale des Kreisbildungswerks im Campus St. Michael an der Kardinal-Faulhaber-Straße in Traunstein.

Das ist das Konzept dieses biodynamischen Gemüsebau-Projekts: Interessierte Verbraucher unterstützen die Gärtnerei durch feste Abnahmegarantien und ermöglichen dieser somit eine nachhaltige, von Marktzwängen weitgehend befreite Bewirtschaftung der Flächen. So wird dieser Personenkreis vom Konsumenten zum Unterstützer und sichert sich selbst langfristig hochwertige Lebensmittel. Bisher sind es rund 20 Haushalte, die sich per Jahresvertrag zu einer monatlichen Zahlung und damit zur wöchentlichen Abnahme einer gewissen Menge der jahreszeitlich anfallenden Gemüsesorten verpflichtet haben und diese jeden Freitag an einer der beiden Ausgabestellen abholen.


Die erste Ernte: Radieschen und verschiedene Salatsorten sind schon reif, wie Gärtnereibesitzerin Kristine Rühl (rechts) und ihre Mitarbeiterin Karoline Widur hier zeigen, Bild von Hans Eder.

Kostenloses Acker-Frühstück erstmals kommenden Samstag

Zwar wird hier in Tettenberg schon im vierten Jahr angebaut, aber erst heuer steigt Kristine Rühl, eine ehemalige Werbegraphikerin, voll ein. Und da dieses Verteiler-Projekt somit gerade in seinen Anfängen steckt, ist es für interessierte Abnehmer noch das ganze Jahr über möglich, sich einzuklinken: Kontakt entweder über die Internetseite 

www.solawi-chiemgau.de, über E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!  beziehungsweise über Telefon 08662/409505 oder 0170/2941196.

Wer sich über das Projekt näher informieren will, hat zudem weitere Gelegenheiten dazu: entweder beim Festival der Utopie am 9./10. Juni in Traunstein, beim 3. Biosphärentag der Biosphärenregion Berchtesgadener Land am 1. Juli am Abtsdorfer See, beim Regionaltag am 8. Juli am Landratsamt Traunstein oder – und das ist ganz neu – bei einem kostenlosen

„Acker-Frühstück“ auf der Anbaufläche bei Tettenberg, erstmals am Samstag, 26. Mai, um 11.30 Uhr.

Dazu ist Anmeldung erwünscht, da die Teilnehmerzahl beschränkt ist.


Ein gemütliches Acker-Frühstück auf der Gemüseanbau-Fläche bei Tettenberg nahe Otting: Interessierte können sich an diesem idyllischen Fleckchen erstmals am kommenden Samstag ab 11.30 Uhr – nach vorheriger Anmeldung – daran beteiligen, Bild von Hans Eder.

Wie kommt eine Werbegraphikerin dazu, solch einen Gartenbaubetrieb aufzubauen? Rühl erzählt, dass sie vor etwa sieben Jahren im Demeter-Journal einen Bericht gelesen hat, in dem beschrieben wurde, wie wertvoll und wichtig landwirtschaftliche Tätigkeit ist. Dieser Artikel hat offenbar großen Eindruck auf sie gemacht. „So etwas Wertvolles würd‘ ich auch gerne machen“, war ihr damals durch den Kopf gegangen. Und tatsächlich begann sie, sich dieser Idee nach und nach anzunähern. Zunächst theoretisch, indem sie viel darüber gelesen, und dann auch praktisch, als sie mehr und mehr bei sich zu Hause in Siegsdorf ausprobiert hat. Viel Erfahrung sammelte sie nicht zuletzt bei einem fünfmonatigen Aufenthalt in Portugal auf einem Betrieb, der Jungpflanzen selbst aufzieht und diese im Freiland mit Permakultur-Ansätzen kultiviert.

Vor fünf Jahren wagte sie schließlich den Sprung ins seinerzeit noch recht „kalte Wasser“: Sie kaufte das 1,3 Hektar große Grundstück bei Tettenberg und begann mit einigen Helfern mit dem Gemüseanbau, zunächst noch in relativ kleinem Stil. Und für ihre Produkte fand sie ausreichend Abnehmer: in Bioläden und auch in der Gastronomie.

Dieses Frühjahr aber war dann der Start in die doch recht umfangreiche Produktion mit über 50 verschiedenen Gemüsesorten und auch etwas Obst. Für alle Fälle ist inzwischen auch eine Wasserleitung an das Grundstück verlegt worden: Gerade in den vergangenen Wochen war dies sehr günstig, brauchten doch manche Pflanzen etwas Feuchtigkeit – auch wenn der Großteil auch so ganz gut zurechtgekommen sei, wie Kristine Rühl zufrieden erzählt. Sie selbst ist jetzt jeden Tag auf der Fläche, Mitakteurin Karoline Widur, die „nebenher“ als Coach arbeitet, ist zwei Tage fest auf der „Plantage“ tätig, und dazu kommen weitere freiwillige Helfer, die Spaß an der Arbeit haben. Wenn jemand Interesse hat, zeitweise mitzuwerkeln, kann er oder sie sich gern an die Gärtnerin wenden.

Gemüse, Obst, Beeren, Kräuter und Tee im Anbau

Vor allem Gemüse und Salate werden in Tettenberg in großer Vielfalt angebaut. Kartoffeln aus eigenem Anbau gibt es dagegen nur sehr begrenzt, da die Fläche für die benötigte Menge zu klein ist. Bereits vorhanden sind etwa 20 noch junge Obstbäume, vor allem Äpfel, aber auch Birnen und Sauerkirsche. Die Auswahl an Obst und auch an Beeren wird im Laufe der nächsten Jahre noch zunehmen. Johannisbeeren allerdings sind bereits reichlich vorhanden, da sie schon vor einigen Jahren gepflanzt wurden. Auch Kräuter und Teepflanzen werden angebaut. Demnächst werden noch zwei Gewächshäuser aufgebaut, die zunächst hauptsächlich für Tomaten gedacht sind, in denen dann aber in der kalten Jahreszeit die winterharten Salate und Gemüsesorten angebaut werden sollen. Was aktuell in den kommenden Wochen vor allem geerntet werden kann, sind Salate, Radieschen, Kohlrabi und Fenchel.

Was beim Gespräch mit Kristine Rühl und Karoline Widur beeindruckt, sind ihre Begeisterung und die Unaufgeregtheit, mit der sie das doch recht umfangreiche und auch finanziell nicht ganz kleine Projekt angehen. „Die zwei Tage sind wie Freizeit“, sagt Karoline Widur, die beruflich bundesweit als Bloggerin, Coach und Referentin arbeitet und dabei – vielfach über das Internet - berufliche Neuorientierungen, Persönlichkeitscoaching und Veränderungsprozesse begleitet. Für sie ist die Arbeit in der Gärtnerei ein „hochwertiges Erlebnis, eine Auszeit im normalen Alltag“ – und das verbunden mit dem Gefühl, etwas wirklich Sinnvolles zu tun.

Und so oder so ähnlich sehen es auch die anderen freiwilligen Mitarbeiter, denen die Erfahrung, selbst Hand anzulegen und dann ganz frisches Gemüse mit heimnehmen zu können, eine ganz intensive und wichtige ist. Dabei handelt es sich, wie Kristine Rühl sagt, um einen festen Kreis von etwa neun Leuten, der über die vergangenen Jahre hinweg angewachsen ist. „Langsam und gesund wachsen“: Das ist auch ihre Philosophie für das gesamte Gärtnereiprojekt. Ideen gibt es noch ganz viele: Beispielsweise soll, zumindest in kleinem Stil, auch Spargel angebaut werden.

Ein Bericht von Hans Eder.

Eingangsbild: Die fleißigen Gärtnerinnen bei der Arbeit auf der Gemüseanbau-Fläche bei Tettenberg. Im Hintergrund sieht man weit ins Land hinein und auch den Waginger See, Bild von Hans Eder.

Produktion und Ökologie sollen Hand in Hand gehen

Ist es möglich, in einer modernen, produktiven Milchwirtschaft auch Rücksicht auf Natur und Umwelt zu nehmen? Dieser Frage gingen mehrere Experten auf Einladung des Landwirtschaftsamtes (AELF) Traunstein und der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel, im Gasthof Helminger in Rückstetten nach. Als Referenten begrüßen konnte der Moderator der Veranstaltung, der Leiter des AELF, Alfons Leitenbacher, Peter Dufter vom Fachzentrum Rinderhaltung AELF Traunstein, Dr. Andreas Bohner von der höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein und Rupert Brandmayer und Kathrin Geiger, Seenberater des AELF Traunstein. Mit ihren Berichten als Praktiker waren Dominik Summerer, Milchviehhalter aus Riedering und Hans Empl, Biomilchviehhalter aus Trostberg zur Stelle. Am Nachmittag erläuterten Stefan Weiß vom AELF Traunstein und Alois Lohwieser, warum Grünlandpflege eine Daueraufgabe ist, ein Thema, über das Lohwieser auf seinem Hof in Rückstetten noch eine Anschauungslektion gab. Den Abschluss der Tagung machte Hans Zenz, Bereichsleiter Landwirtschaft beim AELF Traunstein, mit einer Zusammenfassung des Gehörten und Gesehenen.

Als interessierte Teilnehmer waren neben vielen Milchviehhaltern auch Vertreter von mit der Landwirtschaft verbundenen Ämtern und Verbänden, wie dem WWA (Wasserwirtschaftsamt), dem BBV (Bayerischer Bauernverband), BN (Bund Naturschutz), ANL (Akademie für Naturschutz- und Landschaftspflege), dem Maschinenring, der LfL (Landesanstalt für Landwirtschaft) und mehr gekommen. Zur Hand war natürlich auch die Co-Organisatorin der Tagung, die Projektleiterin der Ökomodellregion, Marlene Berger-Stöckl. Die Politik war durch Michael Nowak von der Regierung von Oberbayern und Bernhard Kern, 1. Bürgermeister von Saaldorf-Surheim vertreten.

In seiner Einführung fragte Leitenbacher; „Milchwirtschaft im Einklang mit Gewässer- und Artenschutz – geht das?“. Er gab auch gleich die Antwort darauf, er denke das sei möglich, wenn bei der Bewirtschaftung von Grünland die standörtlichen Gegebenheiten berücksichtigt würden. Auf diese Weise könne nicht nur qualitativ hochwertige Milch erzeugt werden, sondern auch Natur und Umwelt profitieren. Eine „Win-win Situation“, wie Leitenbacher meinte. Gute Grünlandbewirtschaftung sei zudem kein Selbstzweck, durch sie würde nämlich eine gute Verbindung und Akzeptanz zwischen Landwirtschaft und der Öffentlichkeit hergestellt und das Image der Landwirtschaft deutlich verbessert.

Peter Dufter stimmte dem bei. Grundvoraussetzung, um im Alpenvorland wirtschaftlich und in der dazu erforderlichen Menge Milch zu erzeugen sei, die Kühe mit bestem, eiweißreichem Wiesenschnitt zu versorgen. Gute, nährstoffreiche, wenn möglich ebene, tiefgründige und gut belüftete Böden seien eine ideale Voraussetzung dafür. Um das zu erreichen und zu erhalten brauche es bedarfsgerechte Düngung, standortangepasste Schnittfrequenz und einen natürlichen und optimalen Pflanzenbestand. Abstriche in Hinsicht auf das Futter von „Trockenstehern“ könnten aber mit einer differenzierten Schnittfrequenz und Bewirtschaftungsintensität gemacht werden. Das biete, durch die niedrigeren Kaligehalte in der Silage (bzw. im Heu) zudem Vorteile für eine „Milchfieber-Prophylaxe“. Dazu eignen sich auch ungünstig geformte Flächen an Hanglagen, die später und weniger häufig gemäht werden sollten und dementsprechend nicht so viel Dünger erforderten. Dadurch könnten sich dort artenreiche, dem Gelände angepasste Pflanzenbestände entwickeln. Überhaupt meinte Dufter, es sollte darauf geachtet werden, importiertes Kraftfutter zu reduzieren und auf eigene Bestände und Möglichkeiten zurückzugreifen. Dufter ermutigte die Bauern abschließend, das damit empfohlene Konzept der differenzierten Grünlandnutzung selbst zu probieren und zu experimentieren, wie ihr Grünland am besten genutzt und die besten Resultate erzielt werden können. Dufter betonte, Ziel einer guten Grünlandnutzung sei es, die wirtschaftliche und arbeitswirtschaftliche Situation der bäuerlichen Milchwirtschaft, Lebensqualität, Ökologie, Biodiversität und Tierwohl unter einen Hut zu bringen.

Dr. Bohnert hieb in dieselbe Kerbe, indem er sagte, das Ertragspotenzial von Grünland hänge entscheidend von Lage und Klima ab. „Böden unterscheiden sich in ihrer Fruchtbarkeit abhängig vom Ausgangsgestein, Klima und Geländeform“. Böden mit hohem Ertragspotenzial eigneten sich vorrangig für intensive Grünlandbewirtschaftung, denn sie böten nutzbaren Futtergräsern gute Wachstumsbedingungen. Dagegen seien Böden mit niedrigem Ertragspotenzial optimal für Naturschutzflächen. Diese Böden würden durch hohe Nutzungsintensität allmählich degradiert und es breiteten sich „Problempflanzen“ darauf aus. Erträge und die Qualität der Futterpflanzen verschlechterten sich und es können Probleme hinsichtlich des Grund- und Oberflächenwassers und der Luft entstehen. Wie sein Vorredner betonte auch Dr. Bohner, die Grünlandbewirtschaftung für die landwirtschaftliche Nutzung solle unbedingt standortangepasst und naturverträglich sein.

Stefan Weiß, vom AELF Traunstein, ermahnte dazu, Grünlandpflege als Dauerauftrag zu begreifen. Schon bei alltäglichen Dingen, wie dem Vermeiden des Befahrens von Wiesen bei Nässe, dem korrekten Einstellen von Erntemaschinen und dem Vermeiden von Narbenverletzungen könne dazu beigetragen werden. Ein weiterer Faktor in der Grünlandpflege sei die kontinuierliche Analysierung der Zusammensetzung des Bewuchses und seiner Dichte. Durch eine angepasste Nutzungsintensität und Düngung, eine frühzeitige Über- oder Nachsaat bei Lückenbildungen, ließen sich die Ertragsfähigkeit steigern, sowie größere Sanierungsmaßnahmen und der Gebrauch von Totalherbiziden vermeiden.

Die Seenberater vom AELF Traunstein, Kathrin Geiger und Rupert Brandmayer, betonten, jeder Bauer müsse über den Nährstoffanfall und die Zu- und Abgänge von Nährstoffen auf seinem Betrieb Bescheid wissen. Dazu bedürfe es der „Hoftor Bilanz“, in der alle Nährstoffströme des Hofes erfasst würden. Dünger dürfe nur ausgebracht werden, wenn Böden wirklich aufnahmefähig seien. Organische Düngerausbringungen vor zu erwartendem Starkregen seien unbedingt zu vermeiden, besonders auf drainierten Flächen. Gülleausbringungen, insbesondere auf Höfen mit hohem Nährstoffanfall, müssten genau geplant und auf ein differenziertes Vorgehen geachtet werden. Dabei sei auf eine flächendeckende und entzugsorientierte Verteilung zu achten. Akkurate Bodenuntersuchungen seien hierfür ein wichtiges Instrument, durch die der Bauer besonders austragsgefährdete Flächen erkennen und sie dementsprechend sensibel bewirtschaften könne. Um Gewässer ausreichend von Nährstoffeinträgen zu schützen, müsse jegliche Bodenerosion verhindert werden. Hilfreich dabei seien der konsequente Anbau von Zwischenfrüchten, oder Mulchsaat ohne Bodenumbruch.

Die beiden Landwirte Hans Empl und Dominik Summerer berichteten anschließend sehr anschaulich, teilweise untermalt mit Statistiken von ihren Höfen, über ihre durchwegs guten Erfahrungen mit der differenzierten Grünlandnutzung. In den Diskussionen zwischen den Vorträgen machten mehrere Landwirte auf spezifische Probleme aufmerksam, die sie auf ihren Wiesen hatten.


Auf seinem Hof zeigte Alois Lohwieser (r.) die Methode, mit der er eine Wiese, ohne den Einsatz von Glyphosat, saniert hatte. Vorgestellt wurden Striegel und Vredo-Gerät, Bild von Alois Albrecht.

Auf dem Hof des früheren Pflanzenbauberaters Alois Lohwieser zeigte dieser, wie er, ohne den Einsatz von Glyphosat, durch intensives Striegeln und Nachsaat eine Wiese erfolgreich saniert hatte. Unmittelbar daneben konnten die Tagungsteilnehmer eine extensiv bewirtschaftete Wiese, mit 45 verschiedenen Arten an Gräsern, als sichtbaren Beleg besichtigen, dass Intensivgrünland und artenreiche Wiesen nebeneinander existieren können. In seinem Schlusswort sagte Hans Zenz, die Tagung habe sicher gezeigt, es gebe Möglichkeiten, durch intelligentes Wirtschaften und Grünlandnutzung eine gute Vereinbarkeit zwischen einer erstklassigen Milchwirtschaft und Ökologie, Natur- und Wasserschutz zu erreichen. Auch Moderator Alfons Leitenbacher und Marlene Berger-Stöckl zeigten sich zufrieden mit der Teilnahme und dem Interesse der mit der Landwirtschaft verbundenen Organisationen und meinten, die Tagung habe sicher auch Bauern einen Ansporn gegeben, sich näher mit den dabei behandelten Themen zu befassen.

Ein Bericht von Alois Albrecht (Südostbayerische Rundschau vom 19.04.2018).  

Eingangsbild: Vertreter der Ökomodellregion, Marlene Berger-Stöckl, und der Leiter des AELF Traunstein, Alfons Leitenbacher (r.), mit zwei der Referenten, Stefan Weiß (l.) und Alois Lohwieser (M.) und dem Vertreter der Regierung von Obb. Michael Nowak (2.v.r.), Bild von Alois Albrecht.

Demeter als Alternative für Milcherzeuger

Wenn ein jeder Milchbauer nur ein „bissl“ weniger Milch produzieren würde, der Preis bliebe stabil. Davon ist Demeter-Berater Alois Fersch überzeugt. Relativ stabil hingegen ist der Preis bei Biomilch. Deren erfasste Menge war 2016 in Bayern um 15 Prozent gestiegen, der Verkauf an Biomilch hatte um 11 Prozent zugelegt. Einen Weg für Biobauern und umstellungswillige Betriebsleiter bieten der Demeter Erzeugerring und die Demeter Milchbauerngemeinschaft. Fersch stellte den interessierten Bauern im Pettinger Gasthaus Riedlerwirt das „System“ Demeter vor. Eingeladen zu der Veranstaltung hatte die Ökomodellregion (ÖMR) Waginger See - Rupertiwinkel.

„Biodynamisch seit 1924“, wirbt Demeter selbst für seinen Weg. Angesichts ausgelaugter Böden habe Rudolf Steiner damals „weiter gedacht“, schilderte Fersch die Anfänge und den Weg hin zu einem Landwirtschaftsverständnis, das „den Betrieb als Ganzes“ sieht, den „Hof als Organismus“ betrachtet. Demeter ist in 35 Ländern mit 5000 Betrieben aktiv, in Deutschland sind es rund 2000, in Bayern 420. „Ein Drittel davon in Südostbayern“, hob Fersch die starke Präsenz in der Region hervor. Den Anfang gemacht hatte Ende 1973 eine Genossenschaftsmolkerei in Truchtlaching, die später von den Milchwerken Berchtesgadener Land übernommen wurde.

„Demeter ist kein Hexenwerk, es ist etwas ganz Normales, das kann jeder Landwirt“, versuchte der Berater Skepsis zu zerstreuen; gleichwohl gebe es einen „Strauß an Aspekten“ zu beachten. So muss ein Rind mindesten vier Quadratmeter Platz zur Verfügung haben, im Auslauf sechs. Der Weidegang erstreckt sich von Mai bis Oktober, im Winter stehen neben der Silage jedem Tier mindestens drei Kilogramm Heu pro Tag zu. Ein wichtiger Aspekt aus Demeter-Sicht ist das Horn. Das Stroh für die Einstreu muss nicht Bio sein, darf aber nicht mit Halmverkürzern oder Roundup behandelt sein.

„Am Anfang einer Umstellung steht ein Kontrollvertrag mit einer Kontrollstelle“, erklärte Fersch, klassischerweise geschehe das zum Jahresanfang. Dann gelte es, die Richtlinien zu befolgen. Als „pauschale Umstellungszeit“ nannte er zwei Jahre. Am Ende stehe das Zertifikat des Verbandes und der EU. Sogenannte „Hofgespräche“ dienten dem internen Austausch. Neben einer Erstkontrolle gebe es einmal jährlich eine Hauptinspektion, bei 20 Prozent der Betriebe unangekündigte Stichproben.

„Wer diesen Schritt macht, will wissen, wo die Milch hingeht“, so Fersch. 82 Demeter-Betriebe lieferten derzeit an die Molkerei in Piding, die laut Fersch momentan keine zusätzliche Biomilch mehr annimmt – außer Demeter. Elf Millionen Liter seien das jährlich. Die Molkerei in Andechs nehme acht Millionen Liter ab, habe aktuell jedoch einen Aufnahmestopp.

Demeter homogenisiert keine Milch und erhitzt sie auch nicht ultrahoch. Fersch sieht in solcher Behandlung eine mögliche Ursache für die zunehmenden Unverträglichkeiten.

„Ich mag am Liter Milch was verdienen“, machte Hans Praxenthaler, Sprecher der Arbeitsgruppe Biomilch, deutlich. Der Bauer aus Fridolfing hatte im Jahr 2000 umgestellt und sich dem Naturland-Verband angeschlossen. „Damals war ich ein Exot“, wie er sich selber beschrieb, aber einer mit „Biogefühl“. Heute erwirtschafte er aus seinem kleinen Betrieb mit 20 Kühen rund Dreiviertel seines Einkommens, wo anderen hundert Kühe nicht reichten. „Ich lasse mich nicht mehr treiben“, machte Praxenthaler deutlich. Viele seiner Kollegen seien zu unflexibel, meint er, als Bauer und freier Unternehmer könne man jederzeit auf Nischen setzen, auf Getreide, Ackerbau, Senf und vieles mehr.


„Ich lasse mich nicht mehr treiben“, sagt Biobauer und Sprecher der Ökomodellregions-Arbeitsgruppe „Biomilch“ Hans Praxenthaler mit Blick auf das „immer Größer“ in der modernen Landwirtschaft, Bild von Hannes Höfer.

Zwölf „Troad-Bauern“ in der Ökomodellregion bauen inzwischen Braugerste an, berichtete Marlene Berger-Stöckl, zum Beispiel für die „Waginger-See-Hoibe“. Eine mobile Käserei verarbeitet Milch von zehn Betrieben, auch zwei Geißenbetriebe stellen Biokäse unter dem Dach „Waginger See Kaas“ her. Eine Ölmühle habe bereits Interesse an Bioprodukten signalisiert. „Den Blick erweitern und einen Markt aufbauen“, riet die Geschäftsleiterin der ÖMR, denn das biete Chancen in alle Richtungen.

Marlene Berger-Stöckl fragte Alois Fersch, ob man als Demeter-Bauer anthroposophisch eingestellt sein müsse. „Die Kinder müssen nicht in die Waldorf-Schule gehen“, erwiderte der schmunzelnd, aber man sollte schon erkennen: „Es hängt ois mitnanda zamm.“ Unabhängig vom Verband, meint Praxenthaler: „Bio hat Zukunft.“

Ein Bericht von Hannes Höfer.

Eingangsbild: „Demeter kann jeder“, ermunterte Demeter-Milchviehberater Alois Fersch in Petting die umstellungsinteressierten Landwirte, Bild von Hannes Höfer.

Neue Perspektiven für Biomilch-Erzeuger

Der Preis für konventionelle Milch war in den letzten Jahren ins Bodenlose gefallen. Auf deutlich höherem Niveau und relativ stabil zeigte sich dagegen der Preis für Bio-Milch, weshalb viele Bauern umgestellt haben oder umstellen wollten. Das Problem: Etliche Betriebe fanden keinen Abnehmer für ihre Bio-Milch. Nun ist der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Traunstein ein Vertrag gelungen, der Öko-Bauern ohne Abnahmevertrag Hoffnung gibt. Die Berliner Milchhandels-Gesellschaft kauft ab 1. Januar Bio-Milch von zertifizierten Bauern der Region. MEG-Vorsitzender Paul Obermeier berichtete auf Einladung der Ökomodellregion zum Umstellerstammtisch für Milchviehbetriebe im Pettinger Riedlerwirt über die neuen Chancen für seine Landwirtskollegen.

Die MEG-Traunstein ist die älteste Erzeugergemeinschaft in Bayern. 1972 gegründet, erreichte sie zwischenzeitlich einen Mitgliederstand von 3000 Landwirten. Aufgrund des rasanten Strukturwandels der letzten Jahrzehnte sind es derzeit nur noch 870 Betriebe. Das Interesse der Landwirte an einer Umstellung stieg nicht zuletzt wegen des deutlich höheren und stabileren Preises, der für Bio-Milch zu erzielen war und ist. Im Januar 2016 stoppte die Molkerei Berchtesgadener Land in Piding vorerst die Aufnahme weiterer Anlieferer. Ab Februar unterzeichnete die Molkerei Scheitz in Andechs keine neuen Abnehmer-Verträge mehr, weil viele Umstellerbetriebe neu dazugekommen waren, aber auch, weil bisherige Mitgliedsbetriebe aufgrund der großen Nachfrage nach Biomilch in den Jahren davor inzwischen mehr Biomilch erzeugten.

„Auf der Nachfrageseite schaut es bis jetzt gut aus, da der Biomilchmarkt weiterhin jährlich um einige Prozent wächst“ - und zuletzt binnen eines Jahres um elf Prozent angezogen habe, wie Marlene Berger-Stöckl den zahlreich erschienenen Bauern berichtete. Die Geschäftsleiterin der Ökomodellregion (ÖMR) Waginger See / Rupertiwinkel weiß, dass sowohl Fläche als auch Bioproduktion im Nachbarland Österreich etwa auf doppeltem Niveau liegen. „Bei uns ist Luft nach oben“, so Berger-Stöckl, wenn es gelinge, auch den Absatz von Bioprodukten im Inland nach österreichischem Vorbild zu steigern.

Dazu aber braucht es Perspektiven für die Bauern. Bei der Waginger Bergader-Molkerei liege „Bio derzeit auf Eis“, so Obermeier. Chancen für die heimischen Betriebe sieht er daher in dem Vertrag mit den Berlinern. „Keine Molkerei, sondern eine reine Handelsgesellschaft“, erklärte er, deren Volumen liege bei über einer Milliarde Liter pro Jahr. Bezahlt werde der bayerische Durchschnittspreis für Biomilch in Höhe von 49,5 Cent, die Sammlung erfolge zweitägig. Alle nötigen Details würden entsprechend vertraglich geregelt.

„Das große Problem“ erkennt Obermeier in der Frage: „Wo geht die Milch hin?“. Denn Transporte über weite Strecken lägen nicht im Sinne von Bio-Erzeugern. Zudem gebe es Preisabschläge für lange Transportwege. Gleichwohl sieht der MEG-Vorsitzende derzeit keine andere Möglichkeit, „Bewegung reinzubringen“, und er ist zuversichtlich, dass sich in wenigen Jahren kürzere Fahrten ergeben. Der Start am 1. Januar 2018 erfolgt vom Chiemsee bis ins Gebiet der Ökomodellregion, hier zunächst mit Betrieben in Petting, Teisendorf oder Saaldorf-Surheim. „Betriebe mit einem gültigen Bio-Verbands-Zertifikat können sich anschließen“, informierte Berger-Stöckl. Man dürfe nicht vergessen, dass auch das Einzugs-, Verarbeitungs- und Verkaufsgebiet hiesiger Molkereien inzwischen groß und z.T. auch international sei.

Obermeier ist überzeugt, dass sich der Preis für konventionell erzeugte Milch leider schon 2018 tendenziell wieder nach unten bewegen werde. Allerdings hätten die Bauern das durchaus in der Hand, denn würde ein jeder Milchbauer nur ein paar Prozent weniger erzeugen, der Preis würde deutlich steigen. Wie es denn mit der Frage der Anbindehaltung stehe, wollte ein Besucher wissen. „Von den 32 000 Bauern in Bayern arbeiten 16 000 mit Anbindehaltung“, nannte Obermeier die Zahlen, „nicht in jedem Betrieb ist ein Freilaufstall möglich.“ Im Ökobetrieb sei Anbindehaltung im Winter stets mit einem Freiluft-Auslauf an mindestens zwei Tagen pro Woche und mit Weidegang im Sommer kombiniert, ergänzte Berger-Stöckl, damit sei eine insgesamt tierfreundliche Kombihaltung statt reiner Anbindehaltung gegeben. Es sei wichtig, auch vielen kleinen Betrieben einen zukunftsfähigen Weg aufzuzeigen, anstatt den Strukturwandel radikal zu beschleunigen. 

Die Entwicklung gehe mittelfristig hin zu mehr Tierwohl, so Obermeier, es müsse aber dabei nach gangbaren Wegen für möglichst alle Betriebe gesucht werden. Leider sei nicht in allen Betrieben z.B. ein Winterauslauf baulich möglich, denn manche Betriebe liegen baulich sehr beengt.

Durch die Zusammenarbeit mit der BMG werde sich die MEG künftig eine eigene Bioschiene aufbauen, so Obermeier, und es sei erfreulich, dass Lieferanten des Biomilcherfassers BMG auch weiterhin Mitglied in der Milcherzeugergemeinschaft bleiben könnten. Ab sofort stehe die neue Abnahmemöglichkeit weiteren Biobetrieben offen, sofern die Liefertour passend gestaltet werden könne. Interessierte Betriebe können sich gern bei ihm, bei der MEG Traunstein oder bei der MEG Rosenheim melden.

Ein Bericht von Hannes Höfer (Traunsteiner Tagblatt vom 28.12.2017). 

Eingangsbild: Neue Perspektiven für Biomilcherzeuger bietet ein Abnahmevertrag, den die Milcherzeugergemeinschaften Traunstein und Rosenheim mit der Berliner Milchhandels-Gesellschaft geschlossen haben, Bild von Tourist Info Waginger See.

Biogelbsenf aus der Ökomodellregion (ÖMR)

Zwei Handvoll Landwirte aus der Ökomodellregion und aus Nachbarslandkreisen haben sich heuer zusammengeschlossen, um im dritten Jahr versuchsweise heimischen Biogelbsenf anzubauen und einen benachbarten Biohändler aus Mühldorf damit zu beliefern. Ihre Erfahrungen haben sie zum Jahresabschluss ausgetauscht, denn Erfahrungsberichte von Praktikern aus der Region gibt es bisher so gut wie keine. Selbst die Landesanstalt für Landwirtschaft hat noch keine Sortenversuche zu Bio-Gelbsenf im Programm; die Entscheidung im Anbauprojekt fiel 2016 und 2017 auf die Sorte Matigena als erucasäurearme Sorte.  

Der Anbau von Bio-Gelbsenf, botanisch auch Weißer Senf genannt, dürfte ackerbaulich das anspruchsvollste Produkt sein, das in der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel 2015 begonnen wurde, das wurde beim Erfahrungsaustausch deutlich. Der Gelbsenf gehört zur Familie der Kreuzblütler, ist also mit Arten wie Rüben, Rettich und den Kohlgewächsen verwandt – oder mit Raps, und deshalb kann er auch von der gleichen Gruppe an Rapsschädlingen befallen werden. Was im konventionellen Raps- oder Senfanbau ab einer bestimmten Schadschwelle durch den Einsatz von Insektiziden gelöst wird, ist im Bioanbau tabu – nur über die Förderung eines aktiven Bodenlebens und somit gute Startbedingungen für die Kultur, über die Förderung vielfältiger Nützlinge z.B. durch vernetzte Landschaftsstrukturen und pflanzenstärkende Maßnahmen versucht der Biolandwirt, seine Kulturen gegenüber Schädlingsbefall zu stärken. 2017 war der Schädlingsdruck bei fast allen teilnehmenden Betrieben zum Glück gering. 


Hans Posch begutachtet seine Senfpflanzen im Gemenge mit Ackerbohnen, Bild von Anne Bogdanski.

Es tut dem Boden gut und verringert den Schädlingsdruck, wenn der Biosenf nicht im Reinanbau, sondern gemischt mit anderen Kulturen angebaut wird. Die Landwirte, ein Großteil davon im Demeter-Verband organisiert, waren sehr experimentierfreudig: Von der Mischung mit Schmetterlingsblütlern wie Ackerbohnen und Erbsen bis zu Getreidearten wie Weizen, Dinkel oder Buchweizen reichten die Spielarten des gemeinsamen Anbaus unterschiedlichster Hauptfrüchte mit dem Nebenprodukt Senf. Da das Saatgut heuer sehr spät angeliefert wurde, waren die Mischungen von Getreide mit Senf im Ertrag wenig erfolgreich, der Senf wurde zu spät in die wachsenden Sommergetreidekulturen eingesät und meist von der Hauptfrucht überwachsen, wie Landwirte aus Tittmoning und Tengling berichteten. Solang sich die Hauptfrucht positiv entwickelt und normale Erträge liefert, ist das ökonomisch kein Schaden. Eine positive Ausnahme bildete das Gemenge von Matthias Posch aus Obing, der erstmalig die seltene alte Kulturart Purpurweizen, eine sehr extensive Sorte mit einem hohen Gehalt an Anthocyanen – das sind rötlich-violette Farbstoffe, die auch gesundheitlich wertvoll sind - mit Senf gemischt hatte und damit gute Erträge bei beiden Kulturarten erzielte. Positive Ergebnisse wurden auch in der Mischung von Erbsen mit Senf erzielt, wie z.B. bei Sepp Probst aus Chieming oder Hans Posch aus Nußdorf – während die Erbsen als Leguminosen dem Senf natürlichen Stickstoff über Bodenbakterien bereitstellen, dient der Senf als Stützfrucht für die Erbsen.

Die Kunst des Gemengeanbaus erfordert aber nicht nur die passende Auswahl der Gemengepartner in Abhängigkeit von der Bodenart und der betrieblichen Fruchtfolge, der Abreifezeitpunkt beider Kulturarten soll nah beieinander liegen, es muss auf den Feuchtegehalt beider Kulturen und möglichst wenig Verunkrautung vor der Ernte geachtet werden und nicht zuletzt soll sich das Gemenge nach der Ernte gut trennen lassen und der Speisesenf eine intensive Gelbfärbung aufweisen, damit nicht bei der späteren Reinigung durch Farbausleser ein Großteil guten Senfs herausgereinigt wird. Für 2018 planen deshalb einige Landwirte erstmalig, auf kleinen Flächen Senf im Reinanbau zu testen – ein vielfältiger Fruchtwechsel ist bei allen teilnehmenden Landwirten ohnehin garantiert.

Das Projekt wurde 2015 in einer Kooperation eines Mühldorfer Biohändlers und der Ökomodellregion gestartet. Karin Huber von der verarbeitenden Firma aus Mühldorf lobte die Landwirte aus dem Ökomodellregions-Projekt für die großen Bemühungen zur Produktion von heimischem Biogelbsenf als echter Rarität. Das Handelsunternehmen und sein Verarbeiter sind am Bezug regionaler Rohstoffe zunehmend interessiert und fördern das Projekt durch einen fairen, überdurchschnittlichen Preis, ohne den der Anbau mit all seinen Risiken für den Landwirt uninteressant wäre, sowie durch die Unterstützung bei den Reinigungsmaßnahmen. Ziel des Projekts ist es, im Laufe eines fünfjährigen Testanbaus die für unsere Region passenden Anbauformen herauszufinden, um zu stabilen Erträgen zu kommen. Ziel ist es auch, mittelfristig soviel heimischen Senf zu bekommen, dass eigene Regionalsorten produziert werden können - bisher wird der heimische Senf noch dem überregionalen Gelbsenf beigemischt. Die teilnehmenden Landwirte leisten hier ackerbauliche Pionierarbeit und werden auch 2018 wieder an der Testphase teilnehmen.

Eingangsbild: Einige der teilnehmenden Landwirte aus der Ökomodellregion und Nachbarsgemeinden bei der Begutachtung von Gelbsenf, zweite von links: Karin Huber, Bild von Anne Bogdanski.

Ein Bericht von Hans Eder.

Hofbesuche des Forums Ökologie in der Ökomodellregion

Eine Motivation für konventionell wirtschaftende Bauern, sich zumindest mit dem Thema biologischer Landbau zu befassen, und eine Information für die Verbraucher, dass die Produktion biologisch erzeugter Lebensmittel einen deutlichen Mehraufwand erfordert und daher die Preise dafür entsprechend höher sein müssen: Darum ging es unter anderem bei einer vom Forum Ökologie organisierten Begehung in der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel unter Führung von Sylvester Dufter, Susanne Seidl und Martin Ober. Ziel waren zwei Bio-Höfe: der Milchviehbetrieb von Franz und Rosi Gröll in Unterstefling und der Weidefleischbetrieb von Heini und Alice Thaler in Hochreit, beide in der Marktgemeinde Waging am See gelegen.


Ortstermin inmitten landschaftlicher Schönheit mit dem Waginger See im Hintergrund: Biobauer Franz Gröll (links) informierte die Besuchergruppe über seinen Milchviehbetrieb. Von rechts die Vertreter des veranstaltenden Forums Ökologie, Sylvester Dufter, Susanne Seidl und Martin Ober, sowie die Ökomodellregions-Managerin Marlene Berger-Stöckl, Bild von Hans Eder.

Mit 19 Kühen und 13,5 Hektar ist der Betrieb Gröll vergleichsweise klein und wird vom Inhaber als Vollerwerbsbetrieb bezeichnet, auch wenn es nebenbei weitere Einkommensquellen gibt. Seit acht Jahren wird hier biologisch gewirtschaftet, wobei die Umstellung keine großen Veränderungen mit sich gebracht habe, wie Gröll sagte, weil schon zuvor auf flächendeckenden chemischen Pflanzenschutz und mineralische Düngung verzichtet worden war. Nicht ganz unproblematisch sei es damals aber gewesen, eine Molkerei zu finden.

An diese Aussage schloss sich eine rege Diskussion über die aktuelle Situation im Biomilchmarkt an. Wie Marlene Berger-Stöckl, die Managerin der Ökomodellregion, informierte, hätten seit 2016 nur wenige umstellungswillige Betriebe aus der Region einen Abnahmevertrag für Biomilch bekommen. Die zusätzlichen Biomilchmengen müssten erst wieder vom Handel im Markt untergebracht werden, war die Begründung. Doch lege der Biomilchmarkt weiterhin um einige Prozent jährlich zu. Betriebe, die schon längere Zeit auf einen Abnahmevertrag warteten, seien in dieser Situation verunsichert; dies habe die Bemühungen um einen Ausbau biologischer Erzeugung in der Region etwas zurückgeworfen. Allerdings zeichne sich laut Marlene Berger-Stöckl nun langsam eine Besserung der Situation ab, und es bestehe Hoffnung, dass Betriebe, die seit längerer Zeit warten, bald einen Abnahmevertrag bekommen. Umstellungswillige Betriebe sollten berücksichtigen, dass für 2019/2020 eine Besserung im Biomilchmarkt erwartet wird, so dass zu einer Umstellung mit zwei Jahren Vorlaufzeit bei passenden betrieblichen Voraussetzungen wieder geraten werden könne.


Die Kühe von Franz Gröll sind fast ganzjährig auf der Weide und bekommen nur 1-2 kg Getreide-mischung pro Tag, also fast nur Grundfutter (Gras, Heu, Grassilage), Bild von Hans Eder.

Die Kühe auf dem Kroißn-Hof bekommen keinen Mais, sondern vor allem Gras – sie sind den größten Teil des Jahres auf der Weide – und Heu, sowie ein wenig Zuckerschnitzel, Futtergetreidemischung und Körnermais, dazu im Winter oder wenn die Wiesen zu feucht zum Austreiben sind, Grassilage. Ein kleiner Teil der Milch geht – das ist noch eine Besonderheit auf diesem Hof – in die Käseproduktion: Drei Sorten Bioweichkäse werden daraus im Käsereibetrieb von Maria Frisch in Töfenreut, Gemeinde Wonneberg, hergestellt und ab Hof sowie in ausgewählten Läden verkauft, zum Beispiel in der Bäckerei in Otting. Von dem guten Geschmack dieser Käsesorten konnten sich die Besucher nach dem Rundgang am Hof überzeugen. Betriebsleiter Franz Gröll stellte zu der ganzen Bio-Problematik abschließend nüchtern fest: „Der Kunde hat es in der Hand.“ Wenn mehr Bioprodukte gekauft werden, werden sich Molkereien und damit weitere Bauern entsprechend um orientieren.

Von Mutter-Kuh-Haltung zur Ochsenmast

Die zweite Station war der Pimperl-Hof von Heinrich und Alice Thaler in Hochreit. Hier handelt es sich um einen Nebenerwerbsbetrieb, der seit 1989 biologisch bewirtschaftet wird. Damals waren die Thalers Biopioniere - was einen Hof in der damaligen Zeit eher zu einem Außenseiter werden ließ, wie Heinrich Thaler im Rückblick schilderte. Lange Zeit wurde auf dem 22-Hektar-Betrieb Mutter-Kuh-Haltung betrieben, inzwischen werden Kälber eingekauft und gemästet.


Franz und Rosi Gröll (6./7. von links) lassen aus einem kleinen Teil der Milch Bioweichkäse von der Käserei Frisch in Wonneberg herstellen. Es gibt ihn ab Hof und beim Bäcker in Otting, Bild von Hans Eder.

Alice Thaler verdeutlichte gerade an diesem Beispiel die Preisunterschiede zwischen konventionell und biologisch wirtschaftenden Mastbetrieben. Bei biologischen Betrieben werden die Kälber drei Monate lang ausschließlich mit Biovollmilch gefüttert und dürfen danach auf dem Pimperl-Hof rund zweieinhalb Jahre lang rund zehn Monate im Jahr auf der Weide zubringen.

Die Mast in intensiv geführten konventionellen Betrieben sieht dagegen so aus, dass die Kälber einige Wochen mit Milchpulver aufgezogen werden und dann mit viel Kraftfutter und Maiseinsatz in kurzer Zeit auf ihr Maximalgewicht gemästet werden – wobei sie meistens in ihren Boxen dicht an dicht stehen; denn die hohe Stückzahl verhindere einen Austrieb auf die Weide. Nur wenn der viel höhere Aufwand für Bioweidefleisch vom Kunden als Mehrpreis akzeptiert werde, so dass Landwirte mit diesem Betriebszweig ein Einkommen erwirtschaften, werde es künftig auch mehr Bioweidemast geben.

Die Familie Thaler hat auf ihren Weiden drei Sorten Kühe: Pinzgauer, Fleckvieh und seit heuer versuchsweise Weißblaue Belgier. Das Fleisch der Ochsen geht an den Oberwirt in Otting, den die Töchter der Familie betreiben, an Chiemgauer Naturfleisch und an den Metzgereibetrieb Heilmaier in Waging. Dabei sei es, wie Heinrich Thaler erläuterte, ziemlich schwierig, gerade bei der Pinzgauer-Rasse ausreichend Kälber zur Mast zu bekommen, weil es nur wenig Betriebe gibt, die diese Rasse züchten. Zum Einkauf müsse man deshalb meist nach Österreich fahren.

Appell: Statt Betriebsaufgabe Flächen extensiv bewirtschaften

Die Thalers folgen mit ihrem Betrieb, so arbeitsintensiv dieser neben der Vollzeitarbeit von Heinrich Thaler als Leiter der Gemeindewerke Waging auch sein mag, ihrer Philosophie, die dahin geht, dass sie die Landwirtschaft erhalten und weiterführen wollen – auch wenn sie wohl mit der Verpachtung der Flächen ohne Arbeitsaufwand fast genauso viel Einnahmen hätten. Heinrich Thaler: „Es ist schön, wenn man seine Flächen noch selbst bewirtschaftet und den Duft von frisch gemähtem Gras schmeckt. Das wollen wir erhalten, und das gefällt uns.“ Sein Wunsch wäre es, dass Berufskollegen, die die Milchwirtschaft aufgeben wollen, trotzdem bei der Landwirtschaft bleiben.


Außergewöhnlich schön: der Pimperlhof von Familie Thaler in Otting, Bild von Hans Eder.


Weideochsen vom Pimperlhof beim Grasen, Bild von Hans Eder.

Ökomodellregions-Managerin Marlene Berger-Stöckl unterstrich dies: Anstatt dass kleinere Bauern ihren Grund an intensiv wirtschaftende Betriebe verpachten, wäre es wünschenswert, dass sie sich eine extensive Betriebsform suchen, die ihnen ein Grundeinkommen bei vertretbarem Arbeitsaufwand sichert, damit es auch weiterhin möglichst viele bäuerliche Familien gibt. Denn sonst, so ergänzte Thaler, würde nicht selten jeder Graben zugefüllt und jede Hecke beseitigt, Heuflächen, die Deckung für Wildtiere wie Rehe bieten, gerieten zur Seltenheit.

Neben der Ochsenmast verkaufen die Thalers auch Heu aus dem ersten Schnitt an Pferdebetriebe: „Das Gras wird dabei etwas später gemäht, und das Heu ist von wirklich guter Qualität.“ Ihre Tiere werden im Winter nur mit Heu und Silo gefüttert. Der Festmist, der in der kalten Jahreszeit im Stall entsteht, sei ein hervorragender Dünger, der zudem weniger leicht abgeschwemmt werde.


Susanne Seidl vom Forum Ökologie in Traunstein (rechts) bedankt sich bei Familie Thaler, Bild von Hans Eder.

600 Obstbäume auf Streuobstwiesen gepflanzt

Auf dem Weg zurück nach Otting wurde noch eine kleine Streuobstwiese besichtigt, die 2015 auf dem Pfarrgrund neu angelegt worden ist. Dabei berichtete Marlene Berger-Stöckl, dass in der Ökomodellregion mit der jetzt anstehenden Herbstpflanzung bereits 600 Obstbäume gepflanzt wurden; das Ziel seien aber 1500. Von daher würden weitere Grundbesitzer gesucht, die sich an dem Projekt beteiligen wollen. Dabei schlug Heinrich Thaler vor, dass die Pflanzung von Obstbäumen durchaus auch über die Anlage von gemeindlichen Ausgleichsflächen gefördert werden könnte.

Beim abschließenden gemeinsamen Abendessen beim „Oberwirt“ in Otting wurde das heimische Biorindfleisch verköstigt. Ein Kurzvortrag mit Bildern über die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel und deren Projekte rundete den Abend ab. Dabei stellte Marlene Berger-Stöckl nochmals das Ziel heraus: biologischen Landbau voranzutreiben, zum einen weil Bedarf an den Produkten bestehe, zum zweiten weil über eine hohe Produktqualität das Einkommen bäuerlicher Betriebe gestärkt werde, und nicht zuletzt auch deshalb, um einen Beitrag für weniger Phosphat im Waginger See zu leisten. Die Vertreter des Forums Ökologie, die die Exkursion in ihr Programm aufgenommen hatten, waren sich einig, dass es künftig sinnvoll sei, noch mehr Verbraucher durch solche Angebote über eine umweltgerechte Landwirtschaft und die Erzeugung hochwertiger Regionalprodukte zu informieren.


2015 wurde in Otting auf Kirchengrund eine neue Streuobstwiese angelegt (Pflanzaktion von Landschaftspflegeverband und Ökomodellregion). Früher war hier ein breiter Streuobstgürtel entlang des Südhangs charakteristisch für das Ottinger Ortsbild. Bild von Hans Eder.

Ein Bericht von Hans Eder (Südostbayerische Rundschau vom 06.10.2017).

Der Laufener Landweizen in der ÖMR: eine Bereicherung

Ein wesentlicher Hebel für mehr Biolandbau ist die Stärkung der Wertschöpfung bis zur Verarbeitung der heimischen Produkte, ob Milch, Fleisch oder Ackerfrüchte. Biolandbau lohnt sich, wenn der Mehraufwand durch einen fairen Preis für die Erzeugnisse entlohnt wird. Die Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel setzt sich für mehr Biolandbau ein und deshalb sind bereits mehrere solcher Leuchtturm-Kooperationen zwischen Biobauern und heimischen Verarbeitern entstanden: So wird in der Region das erste Biobier aus heimischer Braugerste produziert, das erste Müsli mit heimischem Hafer und Dinkel sowie Gelbsenf mit Senf vom Waginger See hergestellt – alles in Kooperation mit hervorragenden Bio-Verarbeitern.

Seit 2015 gibt es auch erste Kooperationen für eine bessere Vermarktung beim Laufener Landweizen. Für die Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel ist der Laufener Landweizen eine echte Bereicherung. Die Regionalsorte aus dem Rupertiwinkel wird dank der Initiative einer jungen Unternehmerin, Jessica Linner, zum „Bioflaschlbrot“, das es handabgefüllt in mehreren Sorten gibt und das vor Ort z.B. als „Rupertiwinkler Milchbrot“ oder als „Waginger Kerndlbrot“ vermarktet wird. Das Flaschlbrot entwickelt sich zu einem unverwechselbaren Präsent aus der Region. Simon Angerpointner, Biopionier aus Taching, baut den Laufener Landweizen aus Freude am Erhalten seit vielen Jahren an und ist der Hauptlieferant. Er hat im Anbau Pionierarbeit geleistet, genau wie Peter Forster, Landwirtschaftsmeister auf dem Staatsgut in der Lebenau, der Saatgut vom Landweizen erzeugt, und Matthias Spiegelsperger aus Teisendorf, der den Weizen auch direkt vermarktet. Die Biobäckerei Wahlich in Surheim sammelt schon länger Erfahrungen mit dem alten Getreide und stellt z.B. Nußschnecken daraus her. Mit im Boot ist auch die Bäckerei Neumeier aus Teisendorf, die den Landweizen zu Bio-Baguette verbäckt.

Als Kooperationspartner der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen (ANL) im Projekt Laufener Landweizen erweitert die Ökomodellregion seit 2016 behutsam ihr Netzwerk an Erzeugern und Verarbeitern und hilft beim Sich-Finden der Marktpartner. Zwei Landwirte sind 2016 beim Anbau in der Modellregion neu dazugekommen, zwei weitere Landwirte stellen ihren Betrieb gerade auf Ökolandbau um und könnten neue Partner im Erzeugernetzwerk werden. Damit gibt es inzwischen mindestens sieben Landwirte aus der Ökomodellregion, die den Landweizen anbauen. Gespräche mit weiteren Abnehmern vor Ort stehen bevor.

Mit seinem extensiven Anbau versinnbildlicht der Landweizen wesentliche Ziele der Ökomodellregion: der schonende Umgang mit Ressourcen, mehr Vielfalt auf dem Acker, gesunde heimische Produkte und der Erhalt von Landschaft und Natur. Eine besondere Rolle nimmt dabei die Stadt Laufen als Namensgeber für den Landweizen ein, die der Ökomodellregion 2016 beigetreten ist.

Zur Ökomodellregion gehören zehn Gemeinden, die sich dem Ziel von Minister Brunner verschrieben haben, bis 2020 eine Verdoppelung des Biolandbaus zu erreichen: sechs Gemeinden im Einzugsgebiet des Waginger Sees - Waging, Taching, Wonneberg, Petting, Teisendorf und Kirchanschöring -, und vier Gemeinden im Salzachtal - Tittmoning, Fridolfing, die Stadt Laufen und Saaldorf-Surheim. Ökologische Projekte werden auch in den Gemeinden selbst und mit allen interessierten Landwirten vorangetrieben.

Ein wichtiger Grund für dieses Engagement der Gemeinden ist die Notwendigkeit, an der ökologischen Gewässerqualität langfristig etwas zu verbessern, der Erhalt heimischer Höfe und auch touristische Chancen, die sich in Richtung einer Biogenussregion ergeben. Der Laufener Landweizen kann dafür ein Paradebeispiel werden – er steht für einen Schatz aus der Region, den es wieder zu heben gilt.

Ein Bericht von Ökomodellregion.

Eingangsbild: Laufener Landweizen in Tittmoning 2017, Feld von Hans Glück, Bild von Anne Bogdanski. 

Netzwerkbildung am Umsteller-Stammtisch der ÖMR

Zum ersten Mal hatte die Projektleitung der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel zum verbandsübergreifenden „Umsteller-Stammtisch“ in den Riedlerwirt z´Petting eingeladen. Rund 30 Teilnehmer, die Interesse an der Umstellung ihres landwirtschaftlichen Betriebes von konventioneller auf eine biologische Bewirtschaftungsweise zeigen, sich aktuell in der Umstellungsphase befinden oder vor kurzem umgestellt haben, trafen sich zum offenen Informations- und Erfahrungsaustausch.

Biokreis-Berater Josef Forstner stand den Landwirten Rede und Antwort. Forstner selbst bewirtschaftet einen Bio-Heumilchbetrieb in Bad Endorf. Er propagierte den Weidegang, denn „das günstigste Futter kommt von der Weide“. Landwirten, welche selbst nicht ausreichend Weideflächen zur Verfügung haben, empfahl Forstner, die Weide wenigstens für einen Teil der Tiere wie die trockenstehenden Kühe oder das Jungvieh zu nutzen oder – wenn möglich – auf Pensionsweiden auszuweichen.

Zwar beschönigte der Biokreis-Berater nicht die für umstellungswillige Milchviehbetriebe aktuell unvorteilhaften Voraussetzungen, die mit den langen Wartelisten der Molkereien einhergehen. Aber Josef Forstner „hofft auf Besserung“ und machte allen Beteiligten Mut, weiterhin das Ziel der Umstellung zu verfolgen. Unter anderem damit, die Anforderungen an einen biologisch geführten Betrieb sukzessive und bereits im Vorfeld des Umstellungszeitraums zu erfüllen. Konkret riet Forstner dazu, zuerst Bio-Futter zu produzieren. „Für Betriebe, die erst die Futterflächen umstellen, verkürzt sich der Zeitraum für die Milch“, sprach Forstner den Vorteil der ein halbes Jahr kürzeren Umstellungszeit für Betriebe an, die vorab am Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm „Grünlandextensivierung“ teilgenommen haben. Nichtsdestotrotz sei es laut Forstner „für Betriebe, die noch nicht so nah an bio dran sind“, vorteilhaft, die volle Umstellungsphase zur Verfügung zu haben, um den Anforderungen wie Weide, Auslauf und eventuellen Umbaumaßnahmen gerecht werden zu können.

Diese Erfahrung teilte der Landwirt Johann Englschallinger aus Tittmoning. Er selbst führt nach anderthalbjähriger Umstellungsphase seit kurzem einen Milchviehbetrieb nach Naturland-Richtlinien. Obwohl er bereits einige Jahre vor dem Umstellungszeitraum bei der Umgestaltung des Laufstalls und mit dem Beginn der Weidehaltung den Gedanken des Bio-Betriebes verfolgt habe, hatte er in der Umstellungsphase zusätzlich zu den alltäglichen Tätigkeiten arbeitsintensive Umbauten durchzuführen.

In seinem Vortrag sprach Johann Englschallinger offen die aus seinen Erfahrungen gemachten Risiken und Vorteile in der Umstellungsphase an. Als größte Hürde sah er das Vorhandensein von ausreichend Futterfläche und die damit verbundene Abschätzung der Vieheinheiten an. Englschallinger empfahl, nicht zu viel Jungvieh aufzustellen. Er habe seinen Viehbestand insgesamt reduziert, um ausreichend Futter aus den vorhandenen Flächen gewinnen zu können. Damit habe er die Vorgaben, welche die neue Düngeverordnung mit der allgemeinen Stickstoffreduzierung zukünftig auch konventionellen Landwirten vorschreibt, bereits erfüllt.

Bei der Bewirtschaftung der Felder setzt Johann Englschallinger auf mehr Kleegras statt Maisanbau. Allgemein sei die Umstellung auf Ökoackerbau ein Lernprozess, bei dem, „wenn Fehler passieren, kein Korrigieren durch Chemie möglich ist“. Er riet dazu, mehr Milchleistung aus dem Grundfutter als aus dem für Biolandwirte teuren Kraftfutter zu gewinnen. In seinem Betrieb hätten sich die Futterrationen mit mehr Grassilage statt zusätzlichem Treber und Mais vereinfacht. Als weitere positive Auswirkungen seit der Umstellung nannte Englschallinger eine stabilere Silage, fittere Kühe mit höherer Lebensleistung, bessere Kälbergesundheit, eine Halbierung der Tierarztkosten und insgesamt eine Verringerung der Arbeitsintensität einhergehend mit der geringeren Milchleistung der Kühe.

Als Spezialist auf dem Gebiet Ökoackerbau wohnte Franz Obermeyer aus Tengling dem ersten „Umsteller-Stammtisch“ bei. Für den Demeter-Landwirt stellt der äußerst sorgfältige Umgang mit dem Boden die Basis eines erfolgreichen Ökoackerbaus dar. Konkret riet Obermeyer den interessierten Teilnehmern,  zum Humusaufbau auf Maisanbau zu verzichten, keine Bodenverdichtungen herbeizuführen und eine sinnvolle Fruchtfolge einzuhalten. Insgesamt müsse sich jeder Landwirt die Bodenbeschaffenheit seiner Flächen ansehen, um zu analysieren „was zum Betrieb passt“. Allgemein sei als Einstieg in den Ökoackerbau der Anbau „leichter Verkaufsfrüchte“ wie Hafer, Triticale oder ein Hafer-Gerste-Erbsen-Gemisch zu bevorzugen.

Franz Obermeyer hob die aktuell vorteilhafte Situation für Selbstvermarkter hervor, welche sich aus einem höheren Preis für Futtergetreide aufgrund der höheren Anzahl an Umstellungsbetrieben ergebe. „Wichtig ist es, auf gutes Bio-Saatgut zu achten“, warb Obermeyer für die Unterstützung kleiner Bio-Saatgutzüchter aus der Region. Wer selbst Feldfrüchte vermarkten möchte, „sollte mit Kartoffeln und Obst klein beginnen“, so der Rat des erfahrenen Demeter-Landwirts. Weiterhin bemerkte Obermeyer, bei der Selbstvermarktung den Beziehungsaufbau zum Kunden nicht zu unterschätzen, „da sich die Leute über die regional erzeugten Produkte freuen und man selbst viel Zuspruch zurückkriegt“.

Als Fazit des ersten „Umsteller-Stammtischs“ fasste die Projektleiterin der Ökomodellregion Waginger See – Rupertiwinkel Marlene Berger-Stöckl die positive Stimmung der Teilnehmer zu einer Fortsetzung des Informationsaustausches in zwei regelmäßigen Treffen pro Jahr – im Frühjahr und Herbst – zusammen. Von dieser Art von Netzwerkbildung könnten neue Umstellungsbetriebe von Erfahrungen anderer profitieren, um gewisse Fehler bereits im Vorfeld auszuschließen.

Ein Bericht von Dorothee Englschallinger.

Eingangsbild: Nach wie vor groß ist die Nachfrage, den landwirtschaftlichen Betrieb von konventioneller auf biologische Bewirtschaftungsweise umzustellen, Bild von Dorothee Englschallinger.

Treffen der ÖMR-Arbeitsgruppe „Regionales Eiweiß"

Wie kann ich Eiweißquellen vom eigenen Hof erschließen und für die Tierfütterung sinnvoll nutzen? Praktiker in der Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel hatten im Vorjahr zu Felderbegehungen eingeladen und zogen bei einem Arbeitsgruppentreffen im Februar ein Resümee aus ihren Erfahrungen.

Franz Huber aus Fridolfing, der den Erfahrungsaustausch für Landwirte aus der Ökomodellregion organisierte, erinnerte an sein Rotklee-Luzerne-Gemenge, angebaut nach Ganzpflanzensilage von Wintergerste, das ihm mit drei bis vier Schnitten sehr gute Erträge liefert und flexibler im Erntezeitpunkt ist als Wiesengras. Es zählt auch als Greening-Fläche.

Hans Steiner aus Taching sammelte Erfahrungen mit dem Anbau von Klee, aus dem er – ebenfalls bei sehr guten Erträgen 2016 - nach der Mahd und dem Anwelken Silageballen presste. Eine Untersuchung bestätigte den hohen Eiweißgehalt seines selbst erzeugten Futtermittels, das ihm während der Zufütterung 2 – 3 l Milchmenge je Kuh und Tag zusätzlich brachte, bei guten Fett- und Eiweißgehalten.

Der Betrieb von Sepp und Christian Hubert aus Kirchanschöring probierte im letzten Jahr Ackerbohnen anstatt des bewährten Hafer-Erbsen-Gemenges aus. Die Bohnen mussten nicht  gedüngt oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden und zogen deshalb wenig Arbeit nach sich. Der eher schwere Boden lieferte genügend Wasser für die Bohnen, sodass ca. 50 dt/ ha geerntet werden konnten. Nachteilig war ein erhöhtes Vorkommen der Ackerwinde und, anders als beim Gemenge, das fehlende Stroh. Die Bohnen mussten nicht getrocknet werden und wurden mit Weizen und Gerste zu einer passenden Futterration gemischt. 

Gute Erfahrungen machte Franz Roider aus Kirchanschöring mit seinem Gemenge aus Erbsen (Aussaatmenge 100 kg/ha), Hafer (40 kg/ha) und Gerste (40 kg/ha). Es wurde nicht  gedüngt oder behandelt und lieferte einen sehr schönen Ertrag von 50 dt/ha. Die Beimischung von Gerste zum Hafer sorgt im Anbau für eine bessere Standfestigkeit. Beim Hafer sollte eine frühreifende Sorte ausgewählt werden, da die Gerste eher reif wird. Trotzdem musste die Ernte aus dem Gemenge im letzten Jahr nicht getrocknet werden. Franz Roider mischt das Kraftfutter für seine Milchkühe aus Weizen, Gerste, Rapsschrot und dem Gemenge selbst, unter Zusatz von Mineralfutter, und spart sich dadurch den Zukauf von fertigem Kraftfutter. Untersuchungen bestätigen ihm einen vollwertigen Ersatz für ein sehr gutes Milchleistungsfutter, auch wenn der Energiegehalt nicht ganz so hoch liegt wie die Eiweißgehalte. Das Gemenge liefert nebenbei Stroh für die Zumischung im Futtermischwagen.

Auch Mischungen mit Wintertriticale und Erbsen sind möglich, wie Hans Steiner ergänzte.

Franz Huber war erfreut über die positiven Anbauergebnisse der unterschiedlichen Eiweißquellen vom eigenen Hof und ermunterte die anwesenden Landwirte dazu, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, und Neues auszuprobieren.

Veronika Wolf vom Landeskuratorium für tierische Veredelung, das Landwirte beim Thema Fütterung berät, ging in ihrem Vortrag ausführlich auf den Einsatz hofeigener Eiweißquellen in der Fütterung ein, und verglich die Inhaltsstoffe Ackerbohnen und Erbsen mit anderen Hülsenfrüchten (Körnerleguminosen) wie Soja oder Süßlupine.


Fütterungsberaterin Veronika Wolf vom Landeskuratorium für tierische Veredelung

Der größte Teil des Eiweißbedarfs beim Milchvieh kann bei uns über das Grundfutter gedeckt werden, deshalb bleibt Grünfutter von Wiese oder Weide in unserer Region der wichtigste Eiweißlieferant. Im Effizienzvergleich liefert ein Hektar gutes Grünland höhere Eiweißerträge als ein Hektar mit Sojabohnen, sodass der Anbau von Soja flächenknappen Betrieben nicht zu empfehlen ist. Für eine gute Verwertung des Grundfutters muss das Futter nicht nur hohe Nährstoffgehalte aufweisen, sondern vor allem schmackhaft sein, was z.B. durch gute Kleegehalte und gute Silagequalitäten erreicht wird.

Ausführlich erläutere Veronika Wolf die verschiedenen Einflüsse der Bewirtschaftung auf den Eiweißgehalt des Grünfutters, so z.B. die Düngung, der Schnittzeitpunkt und ein möglichst niedriger Verschmutzungsgrad bei der Ernte, eine ausreichende Silierdauer und ein ausreichender Vorschub (Futterentnahme) im Futtersilo. Die niedrigeren Eiweißgehalte im zweiten Schnitt können z.B. durch eine Mischung mit einem Spätschnitt ausgeglichen werden. Anhand von Beispielsrationen verdeutlichte die Fütterungsberaterin, wie man hohe  oder niedrige Eiweißgehalte im Grundfutter durch eine entsprechende Regulierung bei den Kraftfuttergaben ausgleicht.

Ein Gemenge aus Hafer, Gerste und Erbsen muss nicht immer gedroschen, sondern kann auch als Ganzpflanzensilage einsiliert und, mit Grassilage vermischt, verfüttert werden. Die hohe Schmackhaftigkeit kann niedrigere Nährstoffgehalte ausgleichen, führt oft zu einer sehr guten Aufnahme durch das Vieh und damit zu hohen Milchleistungen aus dem Grundfutter, wenn das Silagemanagement passt.

Zuletzt brach Veronika Wolf noch eine Lanze für die Verfütterung von frischem Gras. Der Umstieg auf eiweißreiches frisches Gras im Frühjahr muss durch einen langsamen Futterwechsel und die Zufütterung von Heu oder Stroh als Strukturausgleich wiederkäuergerecht erfolgen. Die hohen Eiweißgehalte können durch zugefütterte Energie aus Maissilage, Körnermais, Getreide oder Zuckerschnitzel ausgeglichen werden. Im Stall verfüttertes Grünfutter sollte unbedingt sauber und wenn möglich trocken sein und schnell abgeladen werden, damit es zu keiner Erwärmung des Futters kommt. Bei einer Ration mit  Gras oder Kleegras reicht die begrenzte Zufütterung von etwas Raps oder Soja, Getreide und etwas Silomais und somit ist die Ration sehr kostengünstig.

Die Vorteile einer Weidefütterung liegen im geringen Kosten- und Zeitaufwand und dem hohen Kuhkomfort, stellen aber hohe Anforderungen ans Management und erfordern ein Auge auf mögliche Parasiten. Die Kurzrasenweide ist die intensivste Weideform und deshalb nicht automatisch für jeden Betrieb geeignet. Kälber müssen frühzeitig an die Futteraufnahme auf der Weide gewöhnt werden; die Beweidung durch Kalbinnen kann den Grasbestand verbessern. Bei nassem Wetter kann u.U. kein Austrieb erfolgen, damit die Grasnarbe nicht geschädigt wird. Wie hoch die Kosten für Eiweißfutter von der Weide im Vergleich zum Eiweißfutter von der Wiese als Silage sind, soll noch vertieft diskutiert werden.


Felderbegehung der ÖMR-Arbeitsgruppe Regionales Eiweiß

Organisator Franz Huber bedankte sich bei der Referentin und bei den Anwesenden für die breit gefächerte Diskussion und wies darauf hin, dass im Sommer gute Beispiele für Weidesysteme in einer Felderbegehung besichtigt werden sollen.

Eingangsbild: Felderbegehung der ÖMR-Arbeitsgruppe Regionales Eiweiß

Ökoackerbauprojekte der Ökomodellregion (ÖMR)

2015 wurde gemeinsam mit einer weiteren Ökomodellregion und der Tagwerk-Genossenschaft eine Erzeugergemeinschaft für die Lieferung von Biodinkel und Biohafer an Barnhouse, einen Mühldorfer Hersteller von Knuspermüsli, gegründet. Im Moment stehen beim Dinkel einige Teilnehmer aus einem größeren Umkreis auf der Warteliste, wir hoffen aber auf die Erhöhung der Liefermengen durch Barnhouse im Lauf des Jahres 2017 (bisher ist die Anliefermenge noch auf jeweils 500t jährlich beschränkt) und die Öffnung für weitere Landwirte aus unserer Region. Interessierte Landwirte können sich bei der Ökomodellregion vormerken lassen. Bei Hafer können heuer noch wenige Landwirte in die Liefergemeinschaft aufgenommen werden. Wir merken Sie sonst auch gern für 2018 vor.

Gemeinsam mit der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen, der Biosphärenregion und oberösterreichischen Partnern wird auch am Erhalt des Laufener Landweizens gearbeitet, einer sehr alten Rupertiwinkler Kultursorte, die an unser Klima hervorragend angepasst und z.B. sehr widerstandsfähig gegenüber Pilzkrankheiten ist. Wer Interesse an der Abnahme des Biogetreides zu einem fairen Preis oder am Anbau ab Ende 2017 hat, kann sich bei der Ökomodellregion vormerken lassen (zwei Bäckereien, die Biobäckerei Wahlich in Surheim und die Bäckerei Neumeier in Teisendorf) bieten bereits Gebäck aus Laufener Landweizen an).

Für erfahrene Bioackerbauern kommt der Anbau von regionalem Speisesenf in Frage. Auch hier besteht eine Kooperation mit einer Mühldorfer Firma, der Firma Byodo, die einen guten Preis für den Senf zahlt. Durch den Mischanbau mit Erbsen, Ackerbohnen, anderen Hülsenfrüchten oder auch Buchweizen kann es lohnend sein, Biosenf als Nebenprodukt zu erzeugen, denn der Ertrag der Hauptfrucht wird meist kaum gemindert. Der Anbau ist allerdings sehr anspruchsvoll und wir sind noch viel am Ausprobieren.
Über Zuwachs in unserem Kooperationsprojekt würden wir uns sehr freuen!

Außerdem besteht in der Ökmodellregion eine Liefergruppe „regionale Biobraugerste aus der Ökomodellregion“, die an die Schlossbrauerei Stein liefert. Auch die Liefermenge für Biobraugerste können wir noch etwas aufstocken, bevor der Bedarf der Brauerei gedeckt ist. Die Brauerei zahlt einen fairen Preis für unsere regionale Ware. Allerdings ist das Saatgut schon bestellt, wir müssten klären, ob wir für die Sorte Planet noch Saatgut bekommen. Sie können sich auch für nächstes Jahr bei uns vormerken lassen.

Bitte melden Sie sich unter der E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Eingangsbild: Bio-Senfanbau in der Ökomodellregion, Bild von Lucia Neudecker (Byodo)

Umstellerzahlen aus der Ökomodellregion (ÖMR)

Die Ökomodellregion Waginger See- Rupertiwinkel arbeitet mit sieben Gemeinden seit Mai 2014: Wonneberg, Waging, Taching, Tittmoning, Fridolfing, Kirchanschöring und Petting. Im Jahr 2016 sind die Gemeinden Teisendorf, Saaldorf-Surheim und Laufen neu beigetreten.

Der Anteil der Ökobetriebe in den sieben Ursprungsgemeinden hat sich von 6,9 % im Jahr 2013 (bei 734 Betrieben gesamt) auf 9,6 % im Jahr 2016 erhöht (bei einem Rückgang der Betriebszahlen, nur noch 709 Betriebe gesamt). Der Anteil der Ökofläche in den sieben Ursprungsgemeinden hat sich von 7,5 % im Jahr 2013 auf 10,4 % im Jahr 2016 erhöht.

Wenn wir alle zehn Gemeinden 2016 zusammennehmen, schauen die Anteile fast gleich aus:
Die Anzahl der Ökobetriebe liegt für 10 Gemeinden 2016 bei 9,8 % der Gesamtbetriebe.
Der Anteil der Ökofläche liegt für 10 Gemeinden 2016 bei 10,4 % der lw. bewirtschafteten Fläche.

Wir haben nach dem Beitritt insgesamt 1237 landwirtschaftliche Betriebe in der Ökomodellregion, davon wirtschaften 121 ökologisch (gezählt sind nur die Betriebe, die einen Kulturlandschaftsprogrammantrag stellen, z.B. erscheint der Staatsbetrieb Laufen-Lebenau nicht in den Ökozahlen des AELF).

Bis 2019 müssen wir wenigstens 14 % der Betriebe oder 15% der Flächen auf Öko umgestellt haben, um das Ziel von Minister Brunner – Verdoppelung der Ausgangszahlen – genau zu erreichen.

Vom ursprünglichen Ziel von 20% sind wir noch ein Stück weit entfernt.

Die Betriebszahlen in den Landkreisen liegen nach wie vor ein Stück höher als in der Ökomodellregion: 11,5% für den Landkreis BGL und 11,8% für den Landkreis Traunstein im Jahr 2016. Die Flächenzahlen für Öko haben wir (noch) nicht. In den Landkreisen wirkt sich der südliche Grünlandgürtel  direkt am Alpenrand mit höheren Ökozahlen vorteilhaft aus.

Laut AELF war 2016 die Umstellungsrate im Kerngebiet der Ökomodellregion (Seeneinzugsgebiet) mit 25% gegenüber der Umstellungsrate im gesamten Dienstgebiet mit 15% erhöht.

Weitere Ziele im BioRegio-Programm wie z.B. neue Erzeuger-Verarbeiter-Kooperationen werden davon unabhängig in der Ökomodellregion intensiv verfolgt.

(Zahlengrundlage: AELF Traunstein, Georg Linner Dez. 2016)

 

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