„Miteinander geht es leichter" - gemeinsame Ratssitzung

ILE, LEADER, Ökomodellregion. Und wenn dann ein Zuschuss noch über ELER fließt, dann schütteln viele Zeitungsleser verwirrt den Kopf. Selbst mancher Gemeinderat spricht von „Förder-Dschungel“ und von immer „neuen Fässern“, die aufgemacht würden. Doch unstrittig haben die Gemeinden und Städte etwas von diesen „Fässern“, nicht nur Geld und Förderung. Nein, es geht bei diesen Regional-Initiativen um eine Gesamtrichtung. Kurz: um mehr Lebensqualität für alle Menschen in der Region und um eine aktive Gestaltung von Land und Zukunft. Das wurde deutlich bei einem großen Treffen von Bürgermeistern und Gemeinderäten der Mitgliedsgemeinden in der Fridolfinger Rupertihalle.


Die Ratsmitglieder von zehn Gemeinden waren zur gemeinsamen Sitzung in Fridolfing anwesend, Bild von ILE.

„Wir wollen gemeinsam in der Region vorankommen“, schickte Hausherr und Bürgermeister Johann Schild der gemeinsamen Ratssitzung voraus und deshalb wolle man „das Netzwerk weiter verflechten“. Sein Tittmoninger Amtskollege Konrad Schupfner, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) LEADER Traun-Alz-Salzach, ist überzeugt: „Miteinander geht es leichter.“ Vor allem dann, wenn es um gemeinde- und landkreisübergreifende Projekte geht.


Der Tittmoninger Bürgermeister Konrad Schupfner ist Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) LEADER Traun-Alz-Salzach, Bild von ILE.

Die Ökomodellregion Waginger See Rupertiwinkel

Die ÖMR ist die am längsten tätige Initiative. Gestartet 2014 sind inzwischen zehn Gemeinden mit dabei: Fridolfing, Kirchanschöring, Taching, Waging, Tittmoning, Wonneberg und Petting. Seit 2016 auch Teisendorf, Saaldorf-Surheim und Laufen. Das Ziel von Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner beim Start der Initiative: 20 Prozent Biolandbau bis 2020 in Bayern. Dieser Wert ist nicht mehr zu erreichen. Inzwischen spricht man von einer Verdoppelung auf rund 13 Prozent. Die hiesige ÖMR war von Beginn an bestrebt, die konventionell wirtschaftenden Betriebe mit einzubinden. Nicht zuletzt auf Wunsch vieler Bürgermeister.


Marlene Berger-Stöckl, die Projektmanagerin der Ökomodellregion, Bild von ILE.

Gleichwohl lässt Marlene Berger-Stöckl als Verantwortliche keinen Zweifel aufkommen, wohin der Weg gehen soll. Bio als Chance für Landwirte, Verbraucher, Bürger, Gemeinden. Denn Bio bedeutet weniger Phosphor; was gut ist für die Umwelt, das Wasser und das Klima. Sechs Arbeitsgruppen kümmern sich um verschiedenste Aspekte. „Bei Biofleisch sind wir auf einem guten Weg“, meinte Berger-Stöckl, zögerte zunächst und verriet es dann doch: „Es sieht gut aus bei dem Bestreben, den Laufener Schlachthof biozertifizieren zu lassen.“ Das biete Chancen für die ganze „Kette“, für eine Vermarktung in der Region. Die überregionale Vermarktung funktioniere gut, regional jedoch sei das „nicht so einfach.“

Schwierig war zuletzt auch der Absatz von Biomilch. Die verarbeitenden Molkereien nahmen kaum noch neue Zulieferer auf. Mit der Berliner Milchhandelsgesellschaft tun sich nun neue Chancen auf. Kleine Biokäserein haben sich inzwischen unter einem Dach zusammengefunden. 150 Tonnen Bio-Braugerste hat man im vergangenen Jahr geerntet, daneben 500 Tonnen Dinkel und 1000 Tonnen Hafer. Den Laufener Landweizen bauen bereits sieben Bauern an. Zusammen mit der Brauerei Stein konnte ein großes Getreidelager geschaffen werden. Biozertifizierte Gastronomen haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Mehr als 25 Direktvermarkter beliefern Kunden in der Region.

„Es entwickelt sich so viel“, schwärmte Berger-Stöckl. Zum Beispiel beim regionalen Eiweiß. Mehr als 600 Bäume hat man in Streuobstwiesen gepflanzt. Kommunen verzichten auf ihren Flächen auf Pestizide. Rund 120 Bürger hatten sich an der Erarbeitung eines Tourismuskonzeptes mit Schwerpunktthemen beteiligt. Die Projektleiterin ist überzeugt, dass das Image der Region nach den Negativ-Schlagzeilen rund um den Waginger See wieder deutlich besser geworden ist. Wichtig ist ihr der regelmäßige Erfahrungsaustausch, ob mit den Bauern, den Partnern in der ILE, aber auch mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten.

Mit rund sieben Prozent an Biobetrieben und etwa sieben Prozent an landwirtschaftlicher Fläche war die ÖMR gestartet, heute sind es mehr als zehn Prozent. 2017 waren zehn Betriebe dazu gekommen, für 2018 sind elf neu gemeldet, davon allein fünf in der Gemeinde Saaldorf-Surheim. Insgesamt sind es etwa 130.

Nachholbedarf erkennt der Tittmoninger Stadtrat und Biobauer Hans Glück bei den Kommunen, etwa wenn es um die Neuverpachtung von Flächen in öffentlichem Besitz geht. „Es sind Biobetriebe da, die Flächen brauchen“, weiß Glück, der sich um die Zukunft sorgt, denn das geförderte Projekt ÖMR läuft im April 2019 aus. Glücks Apell für ein Weitermachen: „Das muss es uns wert sein.“

ILE – Integrierte Ländliche Entwicklung

Das lokale Projekt ILE Waginger See Rupertiwinkel startete im November 2015. Gefördert wird es vom Amt für ländliche Entwicklung. Die Umsetzungsbegleiterin ist Alexandra Huber mit einem Büro im Kirchanschöringer Rathaus. Mit dabei sind die Gemeinden Fridolfing, Petting, Taching, Kirchanschöring, Waging, Tittmoning und Wonneberg. 

In Arbeit ist derzeit ein Kernwegenetzkonzept mit insgesamt 83 Kilometern. Dabei sollen mit einer Förderung von 50 Prozent bestehende Gemeindestraßen auf 3,5 Meter Breite ausgebaut werden, plus Bankett und einem dauerhaften Unterbau. Bis 2024 will man das umsetzen. Biotopvernetzung als Beitrag zum Artenschutz und zum Landschaftsbild ist ein weiteres großes Ziel. Auch dafür braucht es Datengrundlagen. Für Mai ist ein Exkursionstermin gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband anvisiert.

Zum Tag des Baumes am 25. April soll in den Gemeinden der Baum des Jahres – die Esskastanie – gepflanzt werden. „Bitte denken sie über geeignete Standorte nach“, bat Huber die Zuhörer. Gefördert werden auch Kleinprojekte, etwa Workshops, wenn es um nachhaltige Beschaffung geht, oder ökologisches Bauen. Dazu wird es eine Vortragsreihe geben. Zusammen mit der ÖMR und LEADER hat man im vergangen Jahr einen Wiesenwettbewerb ausgeschrieben. 21 Wiesen, verteilt über fast alle zehn ÖMR-Gemeinden waren zu begutachten, ehe eine Jury die Preisträger kürte.

Besucht hat die lokale ILE eine von sieben weiteren in Oberbayern: Die ILE Ilzer Land. „Über den Tellerrand schauen“, sagte Huber dazu. Hochkarätige Vorträge – etwa zum Klimawandel, rundeten das Angebot ab. Noch in der „Warteschleife“ sieht die Organisatorin ein ökologisches Grünflächen-Pflegekonzept und die Hochwasser-Vorsorge. Soziales Engagement der Jugend ist ein weiteres Thema. Flächenverbrauch, Mobilität und alternative Wohnformen sind Themenfelder bis 2020. Zu Letzterem läuft in Kirchanschöring ein Pilotprojekt.

LAG LEADER Traun-Alz-Salzach

LEADER ist eine Abkürzung aus dem Französischen: Liaison entre les actions de developpement de l’economie rurale. Auf Deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur ländlichen Wirtschaft. Akteure sind hier die lokalen Aktionsgruppen (LAGs). Die Projektmanagerin Elke Ott sitzt im Tittmoninger Rathaus. Dieses Programm für die Jahre 2014 bis 2020 hat den größten räumlichen Umgriff. Die zehn Gemeinden aus dem Landkreis Traunstein sind: Tittmoning, Waging, Taching, Fridolfing, Kirchanschöring, Palling, Trostberg, Traunreut, Wonneberg und Petting. Dazu die fünf Gemeinden Tyrlaching, Kirchweihdach, Feichten, Garching und Halsbach auf Altöttinger Kreisgebiet. Das Berchtesgadener Land ist eine eigene LEADER-Region.


Elke Ott ist die Geschäftsführerin der LAG LEADER Traun-Alz-Salzach, Bild von ILE.

Ott nannte drei Entwicklungsziele. Ziel 1 ist die Vernetzung von Kultur, Tourismus und Freizeit. Dazu gehört die Stärkung der Regionalkultur, die Schaffung eines Wegesystems und die Entwicklung zukunftsfähiger Freizeit- und Tourismusangebote. In Ziel 2 geht es um den demografischen Wandel, die Daseinsvorsorge und die Mobilität. Im Programm unter anderem Förderung von Dorfgemeinschaften und Innenentwicklung. Der Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft ist als 3. Ziel definiert.

Aus LEADER-Mitteln flossen zum Beispiel 200 000 Euro in das Vereinsheim Schönram, 190 000 Euro in den Dorfstadel Brünning, 7 800 Euro in eine Machbarkeitsstudie zu einem Seegrundstück in Kühnhausen. 28 500 Euro gab es für den Schaubienenstand in Kirchanschöring. Insgesamt stehen 1,1 Million Euro für Einzelprojekte zur Verfügung, 400 000 Euro sind es für Kooperationsprojekte wie etwa das Radwegenetz Inn-Salzach und das Wanderwegenetz Region Alz-Inn-Salzach und Berchtesgadener Land. „Eine schwere Geburt“, sagte Ott über das 24 Gemeinden umfassende Vorhaben. Noch im März findet die Auftaktveranstaltung statt.

Insgesamt hat Ott noch 550 000 Euro an Fördermitteln übrig. „Wir wollen möglichst keine zurückgeben“, betonte Managerin und bat die Zuhörer, sich mit „schönen Ideen“ an sie zu wenden. Für besonderes Bürgerengagement steht zusätzlich ein Topf von 20 000 Euro zur Verfügung. Dieses Angebot richtet sich in erster Linie an Vereine. Auch Ott lobte die Zusammenarbeit zwischen den Initiativen und den sich überschneidenden Projekten. „Wir wollen ja nicht etwas doppelt machen.“ Daher finden sich all die Initiativen auf dieser gemeinsamen Homepage.

„Die drei arbeiten mit Herzblut für uns alle“, würdigte Hans-Jörg Birner das Engagement der Referentinnen. Der Kirchanschöringer Bürgermeister sieht in diesen Aktionen einen „Mehrwert für die Region“, einzelne Gemeinden hätten nie und nimmer die Ressourcen dafür. „Und manches lässt sich nur gemeinsam lösen – ohne seine Identität aufzugeben.“ Mehrfach fiel an diesem Abend die Formulierung „wir sind auf einem guten Weg.“ Birner, den sein Kollege Schupfner als einer der Motoren würdigte, freut sich „auf weitere Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit.“ Das eingangs erwähnte ELER ist ein Europäischer Landwirtschaftsfond zur Entwicklung des ländlichen Raumes. Daraus erhält zum Beispiel die Gemeinde Petting 135 000 Euro für die Schaffung eines Dorfparks.

Ein Bericht von Hannes Höfer (Südostbayerische Rundschau vom 07.03.2018).

Eingangsbild: Die drei Projektmanagerinnen: (von links) Marlene Berger-Stöckl (ÖMR), Elke Ott (LEADER) und Alexandra Huber (ILE), Bild von Hannes Höfer.

Vorstandsklausur der Integrierten Ländlichen Entwicklung

Das ILE-Büro (Umsetzungsbegleitung) in Kirchanschöring (Laufener Str. 1) ist mittlerweile seit gut zwei Jahren besetzt. Ein ILE-Zwischenstandbericht gibt einen detaillierten Überblick zum derzeitigen Umsetzungsstand des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzepts (ILEK): Viele Startprojekte aus dem ILEK sind mittlerweile angelaufen; einige wurden auch bereits abgeschlossen.

Aus diesem Grund war es nun für die ILE-Vorstandschaft an der Zeit, die gemeinsame Arbeit der letzten beiden Jahre als Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Waginger See - Rupertiwinkel zu reflektieren, die bisher bearbeiteten Projekte zu evaluieren und die zukünftige Ausrichtung der interkommunalen Zusammenarbeit abzustimmen. Außerdem wurde auch kurz ein reflektierender Blick auf die sehr gute Zusammenarbeit der drei Regionalinitiativen ILE, Ökomodellregion und LEADER geworfen.

Hierfür nahm sich die ILE-Vorstandschaft, die aus der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern der sieben Mitgliedskommunen Fridolfing, Kirchanschöring, Petting, Taching am See, Tittmoning, Waging an See und Wonneberg besteht, gemeinsam mit der ILE-Umsetzungsbegleiterin einen ganzen Tag Zeit. Herr Meindl und Frau Mesch vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern moderierten die Klausur im Kapuzinerhof in der Stadt Laufen.


Herr Rolf Meindl und Frau Ursula Mesch vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern moderierten den Klausurtag im Kapuzinerhof in Laufen, Bild von ILE.

Zunächst ging es um die Evaluation der bisherigen Startprojekte, die im Zuge der Erstellung des ILEK definiert worden waren: das interkommunale Kernwegenetzkonzept ist abgeschlossen, mit der Umsetzung kann voraussichtlich noch in diesem Jahr begonnen werden. Auch das Planungskonzept Vereinshäuser ist fertig. Zwei Projekte: „Lehrfelder für regionale Kulturpflanzen" und „Aufklärungsarbeit über landwirtschaftliche Produkte und Arbeit - Bauernhof als Klassenzimmer" werden in das Startprojekt „Dialog Landwirtschaft-Verbraucher" des Förderprogramms LEADER integriert.
Das Projekt „Anlage von Feld-, Wald-, und Gewässerrändern und deren Vernetzung zu Wanderkorridoren" wird derzeit noch bearbeitet; mit einem Abschluss ist vorraussichtlich Ende des Jahres zu rechnen. Im Handlungsfeld Tourismus wurde - ebenfalls mit Hilfe einer LEADER-Förderung und unter Federführung der Tourist-Info Waging und der Ökomodellregion - ein Tourismuskonzept für die Ökomodellregion erarbeitet.


Gemeinsam evaluierte die Vorstandschaft die bisher bearbeiteten ILE-Projekte: viele Projekte sind in den letzten beiden Jahren angelaufen oder werden über andere Fördertöpfe bearbeitet, Bild von ILE. 

Die Arbeitsgruppe Wasser veranstaltete im Rahmen des Projekts „Unser Wasser - Infokampagne" einen Vortragsabend zum Thema Klimawandel, Landwirtschaft und Trinkwasser. Außerdem gab es für alle Haushalte des regionalen Wasserversorgers Achengruppe eine Broschüre speziell über das Thema Trinkwasser.
Ein jährliches, laufendes Projekt ist das Kleinprojekt „Baum des Jahres". Hier soll in jeder Kommune zum Tag des Baumes ein Baum des Jahres gepflanzt werden. Das Pflanzmaterial wird gemeinsam über das ILE-Büro organisiert.
Die Bearbeitung des Projekts „Hochwasseraudit" wird vorraussichtlich dieses Jahr starten, ebenso die Erstellung eines ökologischen Grünflächenpflegekonzepts. Für das Projekt „Gemeinsames Ökokonto" sah die ILE-Vorstandschaft derzeit noch keinen akuten Handlungsbedarf und stellte dieses daher zurück.
Aufgrund geänderter Förderbedingungen hat sich derzeit die geplante Ausweitung im Startprojekt „Ausweitung Variobus" zerschlagen. Die ILE-Vorstandschaft hat sich jedoch neben weiteren Schwerpunkten das Thema „Mobilität in der ILE Waginger See - Rupertiwinkel" als Handlungsfeld für den Zeitraum 2018-2020 auf die Fahnen geschrieben. Hier will man sich zuerst auf die Suche nach guten Beispielen (best-practise-Lösungen) machen, um daraus Rückschlüsse für ein Mobilitätskonzept in der Region zu gewinnen. 


Der Nachmittag des Klausurtags war dazu reserviert, die Handlungsschwerpunkte für die interkommunale Zusammenarbeit in den kommenden beiden Jahren festzulegen, Bild von ILE.

Durch die intensive Zusammenarbeit in den verschiedensten Handlungsfeldern innerhalb der Region war sich die Vorstandschaft über die künftigen Handlungsschwerpunkte für die Jahre 2018 - 2020 schnell einig. Das ILEK wird mit folgenden Projekten fortgeschrieben:

  • Mobilitätskonzept für die ILE-Region
  • Strategie „Reduktion Flächenverbrauch“, Flächenmanagement
  • Alternative Wohnformen, Quartierskonzepte
  • Regionales Pflegekonzept
  • Vernetzung der Gemeindeverwaltungen zu ILE-Themen

Ein regionales Pflegekonzept soll Antworten auf folgende Fragestellungen liefern:
• Welche Nachfrage nach Informations-, Betreuungs- und Pflegeleistungen und welche Angebote sind in der ILE-Region vorhanden?
• Wie wird sich die Nachfrage nach ambulanten, teilstationären und pflegerischen Leistungen in den kommenden Jahren entwickeln?
• Welche ambulanten teilstationären und stationären Leistungen sollten bzw. können lokal, also vor Ort in den einzelnen Gemeinden angeboten werden?
• Bei welchen Dienstleistungen ist eine interkommunale Kooperation sinnvoll?
• Welche Wohnangebote sollen für die ältere Bevölkerung entwickelt werden, was sind die Bedürfnisse der Älteren und welche Nachfrage ist im Rahmen der bei dieser Bevölkerungsgruppe vorhandenen finanziellen Möglichkeiten zu erwarten?
• Wie groß ist der Bedarf an den unterschiedlichen Wohnangeboten, welche Größenordnungen sind zugrunde zu legen?
• Welche Standorte eignen sich für Wohnangebote und wie können diese in die lokalen Ortsgemeinschaften eingebunden werden?

Derzeit ist der Entwicklungsdruck auf dem Wohnmarkt in der Region sehr hoch. Auch die Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken ist ungebrochen. Bisher wurde diese Nachfrage durch die Kommunen mit der Ausweisung von Neubaugebieten für Einfamilienhäuser befriedigt. Dabei ist klar, dass die Kulturlandschaft und insbesondere ortsnahe Entwicklungsflächen zu „wertvoll" sind, um diese weiterhin mit Einfamilienhäusern zu zersiedeln. Gleichzeitig dürfen die ohnehin mit Leerständen, besonders in Form von ungenutzten Gasthöfen und Hofstellen, konfrontierten lnnenorte nicht weiteren Funktionsverlust erleiden. Hier muss zukünftig auch das Wohnen für Wiederbelebung sorgen. Zudem verlangt der wenig ausdifferenzierte Wohnungsmarkt nach neuen, alternativen Wohnformen. Der komplexe Handlungsschwerpunkt „Reduktion Flächenverbrauch“ bedarf einer interkommunalen Strategie. Ein erster Schritt hin zu einer nachhaltigen Ortsentwicklung ist die Einführung und Pflege einer Flächenmanagement-Datenbank, um in allen Kommunen der ILE auf eine gemeinsame Datengrundlage zurückgreifen zu können.

Eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit auch auf der Ebene der Gemeindeverwaltungen liefert vielfältige Synergien, wie im Rahmen einer Fachexkursion zur ILE Ilzer Land deutlich wurde. Das Ziel dieses weiteren Handlungsschwerpunkts ist es, die Potenziale und Stärken der regionalen Kräfte gebündelt unter der Berücksichtigung der kommunalen Selbstverwaltung zu mobilisieren. Ein Arbeitskreis bestehend aus den Geschäftsstellenleitern der Kommunen soll hier Schwerpunkte setzen.

Eingangsbild: Frau Mesch und Herr Meindl vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern mit der Vorstandschaft der ILE Waginger See - Rupertiwinkel und Umsetzungsbegleiterin Alexandra Huber
von links: Ursula Mesch (ALE Oberbayern), Ursula Haas (1. Bürgermeisterin Gemeinde Taching am See), Karl Lanzinger (1. Bürgermeister Gemeinde Petting), Konrad Schupfner (1. Bürgermeister Stadt Tittmoning), Martin Fenninger (1. Bürgermeister Gemeinde Wonneberg), Hans-Jörg Birner (1. Bürgermeister Gemeinde Kirchanschöring), Alexandra Huber (ILE-Umsetzungsbegleiterin), Monika Fuchs (3. Bürgermeisterin Gemeinde Fridolfing), Matthias Baderhuber (2. Bürgermeister Markt Waging am See), Rolf Meindl (ALE Oberbayern), Bild von ALE.

Nachhaltigkeit in den Gemeindeverwaltungen

In den Konzepten der Regionalinitiativen in der Region Waginger See - Rupertiwinkel, dem Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK), der Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) LEADER Traun-Alz-Salzach und auch in den kommunalen Beschlüssen zur Ökomodellregion findet sich das Thema Nachhaltigkeit als zentrales Element. Doch die Festlegung des Nachhaltigkeitsaspekts im kommunalen Handeln ist das Eine. Das Andere und bei weitem Komplexere ist das Umsetzen dieser Beschlüsse.

Diese Aufgabe sollte strategisch und mit fachlicher Begleitung angegangen werden. Daher wurde von der Integrierten Ländlichen Entwicklung für alle Verwaltungen dieses Verbundes eine kleine Schulungsreihe mit Hilfe von C.A.R.M.E.N. e.V. erstellt.

Am ersten Tag im Juni wurde das Thema der nachhaltigen Beschaffung mit den Schwerpunkten „rechtliche Grundlagen und Vergaberecht für eine nachhaltige Beschaffung“ und Arbeiten mit der Plattform „Kompass Nachhaltigkeit für die Öffentliche Beschaffung" bearbeitet.


In Kleingruppen (von links: Peter Schuster, Geschäftsleiter der Gemeinde Kirchanschöring; Ursula Mesch vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern; Angelika Höß vom Auftragsberatungszentrum Bayern und Bernhard Kraus, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Waging) wurden Fallbeispiele bearbeitet und der Kompass Nachhaltigkeit in der Praxis angewendet; Bild von ILE.

Besonders interessant war es dabei, die bereits derzeit bestehenden, rechtlichen Möglichkeiten kennenzulernen und mit dem „Kompass Nachhaltigkeit“ ein Werkzeug für die tägliche Arbeit vorgestellt zu bekommen.


Links: Bernhard Kraus, Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Waging bei der Präsentation der Ergebnisse; Rechts: Julia Lehmann von C.A.R.M.E.N e.V., die gemeinsam mit ihrer Kollegin Jutta Einfeldt den Workshop leitete; Bild von ILE.


Mittlerweile fließen diese Informationen auch mehr und mehr in die alltägliche Beschaffung der Verwaltungen ein.
Weitere Information zu diesem Thema, auch für kleinere und mittlere Unternehmen, finden Sie unter http://www.kompass-nachhaltigkeit.de

Ein weiterer Termin im Herbst beschäftigte sich dann mit dem Thema Nachhaltiges Bauen in der Kommune. Dabei wurde nicht nur das Thema Neubau betrachtet, sondern auch auf Möglichkeiten im Bestand und bei Sanierungsarbeiten eingegangen.
Mitarbeiter aus den Bauabteilungen der Kommunen konnten sich hier über die unterschiedlichsten Aspekte zu diesem Thema informieren.
Einen großen Part nahm wieder das Vergaberecht ein. Und wieder zeigte sich, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen bereits gegeben sind, den Aspekt der Nachhaltigkeit als Vergabekriterium aufzunehmen. Jedoch muss die Vergabe mit allen Rahmenbedingungen sehr gut vorbereitet werden.


Der Rechtsanwalt, Dr. Marcus Hödl Fachanwalt für Vergaberecht, Bau- und Architektenrecht bei Kapellmann und Partner Rechtsanwälte referierte zum Thema Vergaberecht und Nachhaltigkeit, Bild von ILE.

Als sehr hilfreiches Werkzeug wurde dabei das ökologische Baustoffinformationssystem WECOBIS vorgestellt. Damit wurde direkt an Beispielen gearbeitet.
Hierzu können sie sich ebenfalls im Internet unter http://www.wecobis.de/ informieren.


Herr Dipl.-Ing. Robert Kellner beantwortet die Fragen der Workshopteilnehmer zum ökologischen Baustoffinformationssystem WECOBIS, Bild von ILE.

Beide Workshops zeigten die bereits jetzt bestehenden, vielfältigen Möglichkeiten der öffentlichen Verwaltungen in diesem Bereich auf. Es wurde aber auch deutlich, dass man sich als Verwaltung aktiv und intensiv damit auseinandersetzen sollte, um das Thema Nachhaltigkeit erfolgreich im täglichen Ablauf und den „großen Entscheidungen“ zu etablieren.

Diese Workshop-Reihe war ein Beispiel für das erfolgreiche Wirken einer interkommunalen Kooperation. Für eine Kommune alleine wäre es äußerst schwierig gewesen, eine solch hochqualifizierte Schulung mit all den Experten vor Ort zu organisieren.

Ein Bericht von der Gemeinde Kirchanschöring.

Die LEADER-Vorstandschaft wurde bei den Neuwahlen bestätigt

Die Neuwahlen bei der Jahreshauptversammlung der LAG Traun-Alz-Salzach in der TuS-Gaststätte in Traunreut brachten keine großen Veränderungen. Die Vorstandsmitglieder wurden bis auf eine Person in ihren Ämtern bestätigt. Zur Mitte der Förderperiode stehen auf dem Aktionsplan der erst vor drei Jahren gegründeten LAG zwölf Projekte. Als neuestes wurde aktuell eine Kneipp- und Erholungsanlage in Kirchweidach eingereicht.

Vorsitzender Konrad Schupfner, Bürgermeister von Tittmoning, zeigte sich sehr zufrieden mit der aktuellen Situation der noch sehr jungen LAG: „Wir haben einen passablen Zustand und nach den paar Jahren schon sehr viele Projekte auf den Weg gebracht.“ Alle in der LAG zusammengeschlossenen Gemeinden hätten bereits von den Leader-Fördermitteln profitiert. Wenn das neueste Projekt in Kirchweidach genehmigt wird, könnte die LAG einen Nachschlag an Fördermitteln in Höhe von 300000 Euro bekommen. 500000 Euro für Einzelprojekte stehen bereits für den Zeitraum 2014 bis 2020 zur Verfügung, mit Kirchweidach wären mehr als 60 Prozent davon aufgebraucht. Die LAG Traun-Alz-Salzach hat 92 Mitglieder, davon 15 Gemeinden, zwei touristische Organisationen und 75 Privatpersonen.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung waren Neuwahlen fällig. Vorsitzender bleibt weitere drei Jahre Konrad Schupfner, sein Stellvertreter ist Hans-Jörg Birner, Bürgermeister von Kirchanschöring. Neu hinzugewählt wurde Hans Krumbachner, Bürgermeister von Kirchweidach. Schatzmeister ist Hans Danner aus Traunwalchen als Vertreter der Stadt Traunreut. Als Beisitzer wiedergewählt wurden Monika Fuchs aus Fridolfing, Theresia Aicher aus Kirchweidach und Alfred Schupfner aus Tittmoning. Kassenprüfer sind Walter Drössler und Josef Schillinger.

Der Steuerkreis der LAG, der über eingereichte Projekte entscheidet, besteht aus 23 Mitgliedern, davon zehn Personen aus dem öffentlichen Bereich und 13 Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner. In den Steuerkreis bestellt wurden unter anderem als Vertreter des öffentlichen Bereiches Konrad Schupfner, Hans-Jörg Birner, Hans Danner und Johann Krumbachner. Vertreter der Wirtschafts-und Sozialpartner sind unter anderem Monika Fuchs, Theresia Aicher und Alfred Schupfner.

Laut Kassenbericht von Hans Danner verbuchte die LAG 2016 Einnahmen in Höhe von 50301 Euro. Die größten Posten sind die Mitgliederbeiträge mit 35310 und die Zuschüsse mit 14814 Euro. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 51188 Euro gegenüber, wobei Lohnkosten mit 40563 zu Buche schlagen.

In einem Grußwort stellte Bürgermeister Klaus Ritter klar, warum die Stadt Traunreut der LAG beigetreten ist: „Das Image von Traunreut kann nur besser werden, wenn wir hier mitmachen. Nur eine starke Gruppe kann stark nach außen auftreten. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Region bekannt zu machen.“

LAG-Projekte:

Stellvertretend für alle laufenden Projekte wurden zwei von LAG-Managerin Elke Ott vorgestellt. Bei den Einzelprojekten wurde der Dorfstadel Brünning erwähnt. Projektträger ist die Gemeinde Palling, die Gesamtkosten des Dorfstadels belaufen sich auf 505500 Euro, davon werden 190754 Euro durch Leader gefördert. Seit der Schließung des Gasthauses Kumberger in Brünning gibt es für die Bevölkerung keinen Dorftreffpunkt mehr. Der Schützenverein kann seine Schießabende nicht mehr durchführen und der Geflügelzuchtverein hat keine Vereins-und Ausstellungsräume mehr.

Es gibt im Ort derzeit keine Kommunikationsstätte für ein aktives Dorfleben. Dieses Problem soll mit dem Brünninger Dorfgemeinschaftshaus nachhaltig gelöst werden. Ziel ist es, einen Treffpunkt zu schaffen, damit der soziale Zusammenhalt des Dorfes und das langjährige aktive Vereinsleben nicht zum Erliegen kommen, bzw. neu belebt werden. Dazu soll das Gebäude eine Ausstellungshalle für den Geflügelzuchtverein, einen Schulungsraum und einen mobilen Schießstand für den Schützenverein umfassen. Die Schießanlage kann mit geringem Aufwand abgebaut werden, so dass der entsprechende Raum bei Bedarf anderweitig genutzt werden kann. Das Haus soll darüber hinaus auch für alle Veranstaltungen, Versammlungen und Feiern der Dorfgemeinschaft, für die Ferien-Kinderbetreuung, sowie auch für Bildungsveranstaltungen und Kurse zur Verfügung stehen, beispielsweise von der Ortsbäuerin oder der Volkshochschule genutzt werden. Das rege Interesse der Bevölkerung zeigt sich an der großen Beteiligung von Planungsbeginn an und der Bereitschaft zu Eigenleistungen und Sachspenden.

Ein Kooperationsprojekt ist das Radwegenetz Inn-Salzach. Projektträger ist der Zweckverband Erholungs-und Tourismusregion Inn-Salzach in Altötting. Dieses Projekt ist eine Kooperation mit der LAG Mühldorfer Netz, daran sind 31 Kommunen im Landkreis Mühldorf und 24 im Landkreis Altötting beteiligt. Das Projekt beinhaltet die praktische Umsetzung des Radwegenetzes Inn-Salzach.

Projektbestandteile sind die Anschaffung der Beschilderung (Wegweiser, Pfosten, Signets, Infotafeln) sowie die grafische Aufbereitung von Routen-Signets und einzelner Inhalte für die Infotafeln. Ziel ist, ein durchgängiges Radwegenetz mit Hilfe einer einheitlichen und lückenlosen Beschilderung in der gesamten Radregion Inn-Salzach zu erlangen. Dies erfolgt durch die Layout Erstellung der Routensignets und Infotafeln sowie der einheitlichen Beschilderung nach FGSV-Richtlinien. Zudem kann unter diesen Voraussetzungen eine Zertifizierung als ADFC-Radreiseregion angestrebt werden.

Die Gesamtkosten für die 55 am Projekt beteiligten Gemeinden belaufen sich auf 458293 Euro und der Anteil der Leader Förderung für die fünf Gemeinden der LAG Traun-Alz-Salzach beträgt 24363 Euro. „Dieses Projekt zeigt den Gemeinschaftsgedanken von Leader bei dem großen Verbund teilnehmender Gemeinden und den Landkreisen Altötting und Mühldorf“, erklärte Elke Ott.

In einem  Projekt „Bürgerengagement“ stehen 20000 Euro Fördergelder zur Verfügung, die beispielsweise Vereine für kleinere Einzelvorhaben beantragen könnten. Je Maßnahme könnten bis zu 2500 Euro ausgezahlt werden.

Ein Bericht von Pia Mix.

Eingangsbild: Der Vorstand der LAG Traun Alz Salzach (von links) Hans-Jörg Birner, Hans Krubmachner, Elke Ott, Konrad Schupfner, Theresia Aicher, Alfred Schupfner, Monika Fuchs und Hans Danner, Bild von Pia Mix.

Laufener Stadtrat stimmt den ÖMR-Beschlussvorschlägen zu

Die Ökomodellregion will mehr sein als eine gute Idee. Und das Programm ist ambitioniert. „Wir werden zum Teil schon von den weiteren Schritten überholt“, stellte Bürgermeister Hans Feil in der jüngsten Sitzung des Laufener Stadtrates fest. Da Laufen als letzte der zehn Gemeinden zur Ökomodellregion Waginger See / Rupertiwinkel gestoßen war, gilt es nun, notwendige Beschlüsse zu fassen. Der Stadtrat segnete einhellig ein Zehn-Plus-Vier-Punkte-Programm zu Zielen und Praxis ab.

Zehn Punkte sind verpflichtend, stellte das Gemeindeoberhaupt vorweg fest. So soll eine ÖMR-Gemeinde bei der Verpachtung ihrer Flächen auf ökologische Bewirtschaftung setzen. Kommunale Wälder sollen zu naturnahen Wäldern mit mindestens 30 Prozent Laubholanteil werden, unter Beteiligung seltener Arten wie Eibe, Elsbeere und Speierling. Totholz soll erhalten bleiben, Waldränder zu einem ökologisch wertvollen Übergang hinaus zu Feld und Wiese werden. „Keine Chemie und keine Entwässerung“, steht explizit im Programm.

„Ökokonto-Flächen für extensive Landwirtschaft nutzbar machen“, heißt es unter Punkt 3. Kommunale Grünflächen können Rückzugsgebiete für seltene Pflanzen sein und somit Nahrungsquelle für Bienen. Dafür wird die Stadt einen Pflegeplan erstellen. Chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel kommen für kommunale Flächen nicht in Frage. Solche „neuen Maßnahmen“ sollen der Öffentlichkeit näher gebracht werden, um Beschwerden wegen „schlechter Pflege“ zuvorzukommen.

Die Anlage und Pflege von Streuobstwiesen sowie die Verwertung des Obstes stehen ebenfalls auf dem Programm. Kommunale Einrichtungen und gemeindliche Veranstaltungen sollen mit regionalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln versorgt werden. Auch im Beschaffungswesen sieht man ein großes Potential für nachhaltiges Handeln. Produkte wie Kaffee und Tee für die Verwaltung sollen das Bio- und das Fairtrade-Siegel tragen. Ziel ist ein Ökomodellregion-Geschenkkorb, bestückt mit regionalen und/oder ökologisch erzeugten Lebensmitteln.

Um dem Flächenverbrauch entgegenzuwirken, ist die Innenentwicklung der Orte zu stärken. Ein Kataster über Leerstände bei Wohnungen, Gewerbebauten und Baugrundstücken soll dabei helfen. Ökokonten könnten gemeindeübergreifend eventuell im Rahmen eines ILE- oder Leader-Programms erstellt werden. Moorrenaturierung und Moorschutz schreibt sich die ÖMR ebenso auf ihre Fahnen.

Auf Randgrundstücken und entlang von Verkehrswegen will man Wildfruchthecken, Blühwiesen und seltene heimische Baumarten pflanzen. Zu guter Letzt sollen „neue solidarische Formen der Landbewirtschaftung“ – sprich Gemeinschaftsgärten – gefördert werden. Einen Punkt hat die Stadt Laufen ausdrücklich nicht aufgenommen: „Nutzung öffentlicher Pflanzflächen für Gemüse und Beerenobst.“

„Weil wir keine Flächen haben“, begründete das Bürgermeister Hans Feil, falls welche zur Verfügung stünden, könne man das immer noch machen.


Georg Linner bot sich an als Referent im Stadtrat für die Ökomodellregion. Das Gremium wird voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung darüber befinden, Foto: Hannes Höfer

Werner Eckl fragte, ob es denn entsprechende Daten über die Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde gebe. „Die Landwirte sind gerade dabei mit ihren Anträgen aktuelle Daten zu liefern“, wusste Grünen-Stadtrat und Landwirtschaftsfachmann Georg Linner zu berichten, damit würden neue Datensätze erstellt. Linner machte dem Stadtoberhaupt das Angebot, sich als Stadtratsreferent in Sachen ÖMR zur Verfügung zu stellen, was der ausdrücklich begrüßte. Als Stellvertreter bot sich Peter Schuster an, der als Geschäftsleiter der Gemeinde Kirchanschöring das Projekt von er ersten Stunde an begleitete hat. Er bezeichnete die Initiative ÖMR als „wichtigen Schritt in eine nachhaltige Zukunft.“

Passend zum Thema bat Agnes Thanbichler, die Stadel im Haarmoos unbedingt zu erhalten. „Es gibt fast keine mehr“, bedauert die ÖDP-Stadträtin, denn sie seien auch wertvoller Lebensraum. Hans Feil erinnerte Kollegen und Bürger daran, dass das Obst entlang des Grüngürtels von jedermann geerntet werden dürfe. – höf

Ein Bericht von Hannes Höfer.

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